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Indien: Kartellwächter ermitteln gegen Givaudan und Co wegen Abwerbeverboten

ReutersMar 18, 2026 6:37 AM

- Die indische Wettbewerbsbehörde CCI untersucht Vorwürfe illegaler Arbeitsmarktabsprachen gegen die weltgrößten Duftstoffhersteller GivaudanGIVN.S, DSM-FirmenichDSFIR.AS und IFFIFF.N. Aus Behördendokumenten, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, geht hervor, dass die Unternehmen verdächtigt werden, sogenannte "Gentlemen's Agreements" geschlossen zu haben. Ziel sei es gewesen, keine Mitarbeiter von Konkurrenten oder Kunden abzuwerben, um Löhne zu drücken und Jobwechsel zu erschweren. Die Ermittlungen seien bereits im August eingeleitet worden, nachdem einer der Konzerne im Rahmen einer Kronzeugenregelung Informationen offengelegt habe.

Die Behörde stützt ihren Verdacht auf mindestens 30 E-Mails, die eine Koordinierung seit dem Jahr 2002 nahelegen. In einer internen E-Mail eines Herstellers aus dem Jahr 2017 hieß es den Unterlagen zufolge, man solle Bewerber "lieber abschrecken als das Geschäft zu verlieren". IFF erklärte in einer Stellungnahme, das US-Unternehmen kooperiere vollumfänglich mit den indischen Behörden. DSM-Firmenich lehnte eine Stellungnahme ab, Givaudan und die Behörde reagierten zunächst nicht auf Anfragen. Ein Versuch von IFF, die Ermittlungen gerichtlich stoppen zu lassen, war gescheitert.

Für die Branche weitet sich damit der juristische Druck aus. Bereits 2023 hatten Wettbewerbshüter in der Schweiz und Großbritannien Untersuchungen gegen die drei Firmen eingeleitet. Auch die EU-Kommission prüft den Verdacht auf Kartellbildung bei der Lieferung von Duftstoffen und Inhaltsstoffen. In Indien ist es Anwälten zufolge das erste Mal, dass die Kartellwächter explizit Arbeitsmarktpraktiken ins Visier nehmen. Der Markt auf dem Subkontinent gilt als wichtiger Wachstumstreiber für die Branche und soll sein Volumen Grand View Research zufolge bis 2033 auf fünf Milliarden Dollar verdoppeln.

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