Havana, 17. Mrz (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen Kuba verschärft und erklärt, er rechne mit der "Ehre", das Nachbarland "in irgendeiner Form zu übernehmen". "Ich meine, ob ich es befreie oder übernehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Oval Office. Seine Äußerungen erfolgten inmitten bilateraler Gespräche zwischen den USA und Kuba sowie einer Wirtschaftskrise auf der Insel, die durch eine US-Ölblockade nach der Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro verschärft wurde.
Nach Trumps Aussagen berichtete die "New York Times", die Absetzung des kubanischen Präsidenten Miguel Diaz-Canel sei ein zentrales US-Ziel bei den Gesprächen. Vier mit den Verhandlungen vertraute Personen hätten der Zeitung zufolge bestätigt, dass die Amerikaner kubanischen Unterhändlern signalisiert hätten, Diaz-Canel müsse gehen. Trump hatte nach der Absetzung Maduros und der Beteiligung an Angriffen auf den Iran offen darüber spekuliert, Kuba werde "als Nächstes" dran sein. Durch den Stopp aller venezolanischen Öllieferungen hat sich die Energiekrise in Kuba verschärft - am Montag brach das Stromnetz zusammen und ließ die zehn Millionen Einwohner ohne Elektrizität. Kuba hat traditionell jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten zurückgewiesen. Washington hatte sich im Zuge der Beilegung der Kubakrise 1962 verpflichtet, die Insel nicht anzugreifen.