Bardufoss, 13. Mrz (Reuters) - Der kanadische Premierminister Mark Carney hat keine Vorentscheidung über ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft getroffen, für das die ThyssenkruppTKAG.DE-Rüstungstochter TKMSTKMS.DE ein Angebot abgegeben hat. Er werde die Frage nach seiner Präferenz nicht beantworten, "weil wir uns in der Endphase dieses Prozesses befinden", sagte Carney am Freitag bei einem Treffen mit Kanzler Friedrich Merz und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre im norwegischen Bardufoss. Er müsse verantwortungsvoll mit den Steuergeldern umgehen und "Partnerschaften aufbauen, die umfassendere industrielle und wirtschaftliche Vorteile für uns alle gemeinsam mit sich bringen". Deshalb sei ein "sehr klarer, konsistenter, transparenter, offener und fairer Prozess" nötig. Hintergrund ist, dass es ein weiteres Angebot aus Südkorea von Hanwha Ocean042660.KS gibt, in dem auch mit zusätzlichen Investitionen in Kanada geworben wird. Kanada sei in der "glücklichen Situation", zwischen mehreren Angeboten auswählen zu können, sagte Carney.
Merz, Støre und Verteidigungsminister Boris Pistorius warben energisch für einen Zuschlag für das deutsch-norwegische Projekt. TKMS hatte diese Woche eine Offerte abgegeben. Der U-Boot-Auftrag allein wird Branchenkennern zufolge auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt.
"Es geht auch um den Aufbau industrieller sowie strategischer und sicherheitspolitischer Partnerschaften. Wenn also Norwegen und Deutschland bei U-Booten und Panzern zusammenarbeiten, bedeutet das auch eine sehr starke politische Integration zwischen den engen und vertrauenswürdigen Verbündeten", betonte Støre. Kanzler Merz warb damit, dass es wichtig sei, dass die Nato-Partner - zu denen Südkorea nicht gehört - gemeinsam Ausrüstung bestellten. "Das ist meiner Ansicht nach also äußerst wichtig."
"Es gibt viele Argumente jenseits der militärisch-strategischen, bündnisorientierten, die auch eine Rolle spielen für Kanada", sagte Pistorius. "Ich bin absolut überzeugt von der Qualität des U-Boots." Eine einheitliche U-Boot-Flotte im Atlantik habe enorme strategische Vorteile für die Nato-Partner. Mit einer Entscheidung wird Mitte des Jahres gerechnet.