Berlin, 13. Mrz (Reuters) - In den USA sind bei zwei gewalttätigen Angriffen mehrere Menschen getötet oder verletzt worden. In Virginia eröffnete ein verurteilter Unterstützer des Islamischen Staates (IS) in einem Universitäts-Hörsaal das Feuer, tötete eine Person und verletzte zwei weitere, bevor er selbst ums Leben kam. In Michigan fuhr ein im Libanon geborener US-Bürger mit seinem Lastwagen in eine Synagoge samt Vorschule und wurde erschossen. Die kurz aufeinanderfolgenden gewalttätigen Angriffe schüren die Sorge vor Anschlägen auf US-Boden seit den Luftangriffen amerikanischer und israelischer Streitkräfte auf den Iran. Jüdische und muslimische Gemeinden sind besonders alarmiert.
In West Bloomfield in Michigan verhinderte das schnelle Handeln der Sicherheitskräfte der angegriffenen Synagoge nach Meinung der Behörden, dass außer dem Angreifer niemand im Tempel Israel und seiner Kindertagesstätte ums Leben kam. Ein Sicherheitsbeamter sei von dem Fahrzeug des Mannes erfasst und kurzzeitig bewusstlos gewesen, sagte der Sheriff von Oakland County, Michael Bouchard, vor Reportern. Alle 140 Kinder der Vorschule seien sicher evakuiert worden. 30 Polizisten mussten jedoch wegen Rauchvergiftungen ins Krankenhaus, nachdem sich die Synagoge nach dem Einschlag des Lastwagens mit Rauch gefüllt hatte. "Was in der Welt geschieht, wirkt sich manchmal auf uns aus, also müssen wir uns darauf vorbereiten", sagte Bouchard.
Das US-Heimatschutzministerium identifizierte den Fahrer des Lastwagens als den 41-jährigen Ayman Ghazali, der im Libanon geboren wurde und 2016 die US-Staatsbürgerschaft erhielt. CBS News berichtete, Ghazali sei traumatisiert gewesen, nachdem bei einem israelischen Luftangriff auf sein Heimatdorf im Libanon vor etwa zehn Tagen zwei seiner Brüder und zwei ihrer Kinder getötet worden seien. Das FBI, das die Ermittlungen leitet, sprach von einem "gezielten Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinde". Der Angreifer wurde während der Konfrontation getötet. Es sei zunächst unklar, ob er sich das Leben nahm oder vom Sicherheitspersonal erschossen wurde.
"Antisemitismus hat in Michigan keinen Platz und kann nicht toleriert werden", sagte die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel, in einer Erklärung. "In Momenten wie diesen ist es wichtiger denn je, dass wir zusammenkommen, unseren Nachbarn beistehen, dem Hass entgegentreten, wo immer er auftaucht, und stärkere Gemeinschaften aufbauen." US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei über den "schrecklichen Angriff" in Michigan unterrichtet worden. "Ich möchte der jüdischen Gemeinde in Michigan und allen Menschen in der Region Detroit nach dem heutigen Angriff auf die jüdische Synagoge unsere Liebe senden", sagte Trump.
TERRORISMUSUNTERSUCHUNG IN VIRGINIA
Unabhängig davon leitete das FBI eine Terrorismusuntersuchung zu einer Schießerei ein, die sich früher am Donnerstag an der Old Dominion University in Norfolk, Virginia, ereignete. Dabei wurde eine Person getötet und zwei weitere, beides Angehörige der US-Armee, verletzt. Der Schütze in diesem Fall wurde ebenfalls getötet. Nach Angaben einer FBI-Agentin starb er starb durch die Hand einer Gruppe von Studenten des Reserveoffiziers-Ausbildungscorps (ROTC), die ihn überwältigten. Sie sagte, der Verdächtige habe "Allahu Akbar" gerufen, bevor er das Feuer eröffnete. FBI-Beamte identifizierten den Schützen als Mohamed Jalloh. Der Mann habe sich 2016 für schuldig bekannt, den Islamischen Staat materiell unterstützt zu haben. 2024 sei er aus dem Gefängnis entlassen worden.