New York/London, 10. Mrz (Reuters) - Auf dem europäischen Softwaremarkt bahnt sich Insidern zufolge ein milliardenschwerer Verkauf an. Der Finanzinvestor EQTEQTAB.ST könnte sich vom Linux-Spezialisten SuseSUSEG.UL trennen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. EQT habe die Investmentbank Arma mit der Suche nach potenziellen Käufern beauftragt. Die Planungen für die voraussichtlich bis zu sechs Milliarden Dollar schwere Transaktion befänden sich jedoch im Anfangsstadium, und eine Entscheidung über einen Verkauf sei noch nicht gefallen. EQT wollte sich dazu nicht äußern. Suse und Arma waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
EQT hatte Suse 2018 aus dem US-Konzern Micro Focus herausgelöst und 2021 an die Frankfurter Börse gebracht. Der Aktienkurs der 1992 gegründeten Firma ging jedoch auf Talfahrt. Daraufhin stockte EQT die Mehrheitsbeteiligung 2023 deutlich auf und nahm Suse wieder von der Börse. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Linux-Spezialist mit knapp drei Milliarden Dollar bewertet.
Die Verkaufspläne von EQT fallen in eine Zeit unsicherer Aussichten für die Softwarebranche. Einige Experten befürchten, dass Künstliche Intelligenz (KI) traditionelle Programme für Lagerhaltung, Auftragsnachverfolgung oder Personalwesen überflüssig macht. Diese Spekulationen haben in den vergangenen Monaten wiederholt Kursturbulenzen an den Börsen ausgelöst und Aktien von Anbietern wie SAPSAPG.DE auf Talfahrt geschickt. Andere Kenner sehen Suse als potenziellen Profiteur des KI-Booms, weil Unternehmen zuverlässige Basis-Software für ihre KI-Anwendungen benötigen.
Suse steht für "Software und System-Entwicklung". Das in Fürth gegründete Unternehmen ist für die gleichnamige Variante des Betriebssystems Linux bekannt und bietet Open-Source-Programme für Geschäftskunden an. Bei diesen ist der Programmcode wie bei Linux frei zugänglich und kann an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Den Insidern zufolge erzielt Suse einen jährlichen Umsatz von etwa 800 Millionen Dollar und einen operativen Gewinn von mehr als 250 Millionen Dollar. Laut der Suse-Internetseite setzen unter anderem die Deutsche BankDBKGn.DE, der US-Chipkonzern IntelINTC.O und der US-Einzelhändler WalmartWMT.N auf die Produkte des Linux-Pioniers.
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