New York, 10. Mrz (Reuters) - Das Unternehmen Anthropic hat am Montag Klage gegen seine Einstufung als Sicherheitsrisiko durch das Pentagon eingereicht und damit seinen Konflikt mit dem US-Militär über Nutzungsbeschränkungen seiner KI-Technologie eskaliert. Die Bezeichnung sei rechtswidrig und verletze die Meinungsfreiheit sowie rechtsstaatliche Verfahren, argumentierte Anthropic vor einem Bundesgericht in Kalifornien. "Die Verfassung erlaubt es der Regierung nicht, ihre enorme Macht zu nutzen, um ein Unternehmen für seine geschützte Meinungsäußerung zu bestrafen", hieß es in der Klage.
Das Pentagon hatte Anthropic am Donnerstag offiziell als Risiko für die Lieferkette eingestuft, nachdem sich das Start-up geweigert hatte, Schutzmaßnahmen gegen den Einsatz seiner KI für autonome Waffen oder Inlandsüberwachung zu entfernen. Nach Angaben zweier Quellen wurde die Technologie für Militäroperationen im Iran eingesetzt. Die beiden Seiten hatten monatelang zunehmend über diese Beschränkungen verhandelt, wie die Nachrichtenagentur Reuters erstmals berichtete. US-Präsident Donald Trump ordnete in einem Social-Media-Beitrag an, dass die gesamte Regierung die Nutzung von Claude (der KI von Anthropic) einstellen solle.
Der Streit gilt als Test für die Macht der Regierung über Unternehmen und die Frage, ob die Regierung oder KI-Hersteller das letzte Wort über deren Nutzung haben. Anthropic-Finanzchef Krishna Rao warnte in einer Gerichtsakte, die Maßnahmen der Regierung könnten Anthropics Umsatz im Jahr 2026 um hunderte Millionen oder sogar mehrere Milliarden Dollar reduzieren. Anthropic-Chef Dario Amodei entschuldigte sich für ein internes Memo, in dem er schrieb, Pentagon-Beamte mochten das Unternehmen unter anderem deshalb nicht, weil "wir Trump kein diktatorähnliches Lob ausgesprochen haben".