Frankfurt, 09. Mrz (Reuters) - RocheROG.S hat mit seinem Brustkrebs-Hoffnungsträger Giredestrant einen Rückschlag erlitten. Die Aktie des Schweizer Pharmakonzerns fiel am Montag in der Spitze um mehr als sieben Prozent und lag zuletzt noch gut fünf Prozent im Minus. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass eine entscheidende Studie der Phase-III in der Erstlinienbehandlung ihr wichtigstes Ziel verfehlt habe. Die Behandlung mit Giredestrant in Kombination mit dem Brustkrebsmittel Ibrance von PfizerPFE.N habe bei Patientinnen mit einer fortgeschrittenen Form von Brustkrebs den Zeitraum ohne ein Fortschreiten der Krankheit nicht statistisch signifikant verlängert. Eine numerische Verbesserung sei jedoch beobachtet worden.
Der Fehlschlag entziehe den milliardenschweren Erwartungen an das Medikament die Grundlage, erklärten die Analysten von Jefferies. Die genannte numerische Verbesserung sei in der klinischen Praxis voraussichtlich nicht ausreichend, um etablierte Therapien zu verdrängen. Der Rückschlag steht im Kontrast zu einem wichtigen Erfolg, den Roche erst im Dezember mit dem Medikament erzielt hatte: In einer anderen Studie senkte Giredestrant bei einer häufigen Form von Brustkrebs im Frühstadium das Risiko eines Rückfalls oder Todes um 30 Prozent.
Die Jefferies-Analysten verwiesen darauf, dass der Marktkonsens bislang von einem Spitzenumsatz von 5,8 Milliarden Franken ausgegangen sei. Sie selbst prognostizieren dagegen nur 1,2 Milliarden Franken. Zudem sei das Roche-Medikament im Wettbewerb mit Produkten anderer Hersteller wie Camizestrant von AstraZenecaAZN.L im Nachteil, da deren Studien besser angelegt seien.
Roche-Medizinchef Levi Garraway zeigte sich trotz des Dämpfers zuversichtlich. "Wir sind vom Potenzial von Giredestrant überzeugt, eine neue Standardtherapie bei ER-positivem Brustkrebs zu werden", sagte er. Auf Basis einer weiteren erfolgreichen Studie hat die US-Gesundheitsbehörde FDA bereits einen Zulassungsantrag angenommen. Giredestrant ist ein sogenannter selektiver Östrogenrezeptor-Degrader (SERD), der als Tablette verabreicht wird. Die Arznei zielt auf den sogenannten Östrogenrezeptor-positiven (ER-positiven) Brustkrebs, der etwa 70 Prozent aller Fälle ausmacht.