Berlin, 09. Mrz (Reuters) - Der deutsche Mittelstand setzt einer Studie zufolge immer stärker auf Künstliche Intelligenz (KI). Mehr als jedes zweite Unternehmen (51,2 Prozent) nutzt oder testet inzwischen solche Lösungen, wie aus dem am Montag veröffentlichten "KI-Mittelstandsindex" des Softwarekonzerns SalesforceCRM.N und des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB) hervorgeht. Dies ist ein Anstieg um 54 Prozent zum Vorjahr. Besonders stark wächst demnach der Einsatz von sogenannten KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben übernehmen. Ihre Nutzung hat sich auf 16,6 Prozent fast verdoppelt. Für die Studie wurden im November 2025 rund 700 mittelständische Unternehmen befragt.
Die wichtigsten Gründe für den Einsatz von KI sind operative Vorteile. Als größten Mehrwert nannten die befragten Firmen das Steigern der Effizienz in internen Abläufen (54,4 Prozent), gefolgt von einer höheren Produktivität (44 Prozent) und Kosteneinsparungen (41,1 Prozent). Das Fördern von Innovationen spielt dagegen mit 4,4 Prozent eine untergeordnete Rolle. Bemerkenswert ist laut Studie, dass KI-Projekte im Mittelstand nur sehr selten abgebrochen werden. Weniger als fünf Prozent der Unternehmen haben Versuche dazu wieder eingestellt.
Der Trend dürfte sich fortsetzen. 37 Prozent der Unternehmen planen, KI in diesem Jahr neu einzuführen oder den Einsatz auszubauen. "Der KI-Mittelstandsindex 2026 zeigt, dass der deutsche Mittelstand deutlich weiter ist, als viele Vorurteile vermuten lassen", sagte der geschäftsführende Vorstand des DMB, Marc Tenbieg. "KI wird zunehmend als strategisches Werkzeug verstanden, mit klarem Fokus auf Effizienz, Produktivität und sicheren, praxisnahen Anwendungen."
Trotz der positiven Entwicklung bleiben jedoch Hürden bestehen. Als größte Herausforderungen nannten die Firmen einen Mangel an Wissen über mögliche Einsatzgebiete (39,9 Prozent), Bedenken bei der Datensicherheit (32 Prozent) sowie fehlende rechtliche Klarheit (26,6 Prozent). Der Anteil der Betriebe ohne konkrete KI-Pläne sank zugleich von über 40 Prozent im Vorjahr auf 31 Prozent. Für die Studie wurden im November 2025 rund 700 mittelständische Unternehmen befragt.