Beirut/Kairo, 02. Mrz (Reuters) - Das israelische Militär hat am Montag nach einem Angriff der pro-iranischen Hisbollah-Miliz Ziele im gesamten Libanon angegriffen. Darunter waren auch die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. Augenzeugen berichteten von mehr als einem Dutzend Explosionen. Zuvor hatte die Hisbollah Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert und dies als Vergeltung für die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei bezeichnet.
Das israelische Militär teilte zudem mit, es habe ranghohe Mitglieder der Hisbollah in Beirut sowie ein zentrales Mitglied im Südlibanon angegriffen. "Die Hisbollah hat über Nacht einen Feldzug gegen Israel eröffnet und ist für jede Eskalation voll verantwortlich", sagte der israelische Generalstabschef Ejal Samir. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, die fortgesetzten israelischen Angriffe gäben ihr das Recht, sich "zur geeigneten Zeit und am geeigneten Ort" zu verteidigen.
Den Berichten zufolge handelt es sich um die heftigsten Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts seit dem Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2024. Beide Seiten hatten sich damals auf einen von den USA vermittelten Waffenstillstand geeinigt. Nach der Tötung Chameneis hatte sich die radikal-islamische Hisbollah zunächst solidarisch mit dem Iran erklärt, eine direkte Beteiligung an den Kämpfen jedoch offengelassen.
Noch am Samstag hatte die libanesische Regierung mitgeteilt, der US-Botschafter habe versichert, Israel werde nicht gegen den Libanon eskalieren, solange es keine feindseligen Handlungen von libanesischer Seite gebe. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete den Raketenbeschuss aus dem Südlibanon in Richtung Israel als "unverantwortlichen" und "fragwürdigen Akt", der die Sicherheit des Landes gefährde.