Dubai, 1. März (Reuters) - Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge haben am Samstag zu einer der schwersten Störungen des weltweiten Flugverkehrs seit Jahren geführt. Wichtige Flughäfen im Nahen Osten, darunter das weltgrößte internationale Drehkreuz Dubai, wurden geschlossen. Der Flughafen von Dubai, der mehr als 1000 Flüge pro Tag abwickelt, wurde bei einem iranischen Vergeltungsangriff in der Nacht beschädigt. Auch die internationalen Flughäfen von Abu Dhabi und Kuwait waren betroffen.
Zahlreiche Länder im Nahen Osten schlossen ihren Luftraum, darunter der Iran, der Irak, Kuwait, Israel und Bahrain. Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten kündigten weitreichende Streichungen an. Dubai und das benachbarte Doha sind wichtige Drehkreuze für den Flugverkehr zwischen Ost und West. "Die Ausmaße dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können", sagte der britische Luftfahrtanalyst John Strickland. Er wies zudem darauf hin, dass große Fluggesellschaften vom Golf wie Emirates und Qatar Airways auch zu den größten Frachtfluggesellschaften der Welt gehören.
Die Flughafenbetreiber in Dubai setzten alle Flüge am Dubai International und am Al Maktoum International bis auf Weiteres aus und forderten die Passagiere auf, nicht zu den Flughäfen zu kommen. "Passagiere und Fluggesellschaften können davon ausgehen, dass der Luftraum für eine ganze Weile gesperrt bleiben wird", sagte Eric Schouten, Leiter der Luftfahrtsicherheitsberatung Dyami. Die Luftfahrtbehörde der Europäischen Union (EASA) empfahl ihren Fluggesellschaften am Samstag, den von der Militäraktion betroffenen Luftraum zu meiden. Die USA und Israel hatten am Samstag ihren bislang umfassendsten Angriff auf den Iran gestartet und dabei Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen.
Am Hamad International Airport in Doha waren die Flugsteige nach Angaben eines Reuters-Zeugen fast leer, während gestrandete Passagiere Schlange standen, um Hotelzimmer zu organisieren. Studenten, die von Paris nach Dubai reisen wollten, sagten, ihre Studienreise sei gestrichen worden. "Einige unserer Studenten, die bereits dorthin gereist sind, sitzen in Dubai fest, und wir wissen nicht, wann sie zurückkommen können", sagte Benjamin Gnatek. Am Flughafen Charles de Gaulle in Paris sagte der nach Thailand reisende Roman Simon, sein Anschlussflug über Doha sei gestrichen worden. "Jetzt versuchen wir, eine Lösung zu finden, um unsere Reise nach Thailand doch noch antreten zu können", sagte er zu Reuters.