1. März (Reuters) - Der KI-Entwickler OpenAI hat nach einer Vereinbarung mit dem Pentagon die darin enthaltenen Sicherheitsvorkehrungen betont. Die Vereinbarung sehe mehr Schutzmaßnahmen vor als jeder frühere Vertrag über den Einsatz von KI in als geheim eingestuften Bereichen, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Das von MicrosoftMSFT.O, AmazonAMZN.O und SoftBank9984.T unterstützte Unternehmen hatte den Vertrag am späten Freitag bekanntgegeben. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die Regierung angewiesen, die Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Anthropic zu beenden. Das Pentagon will das Start-up zudem zu einem Lieferkettenrisiko ("supply-chain risk") erklären. Anthropic will eine solche Einstufung gerichtlich anfechten.
OpenAI zufolge definiert der Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, das die Trump-Regierung in Kriegsministerium ("Department of War") umbenannt hat, drei rote Linien. Die OpenAI-Technologie dürfe nicht zur Massenüberwachung im Inland, zur Steuerung autonomer Waffensysteme oder für automatisierte Entscheidungen mit weitreichenden Folgen eingesetzt werden. Das Unternehmen behalte die volle Kontrolle über seine Sicherheitsmechanismen, der Einsatz laufe über die Cloud und schließe sicherheitsüberprüftes Personal von OpenAI mit ein. OpenAI wies darauf hin, dass ein Vertragsbruch durch die US-Regierung zu einer Kündigung führen könne.
Gleichzeitig stellte sich OpenAI hinter seinen Konkurrenten. Anthropic sollte nicht als "Lieferkettenrisiko" eingestuft werden, teilte das Unternehmen mit. "Wir haben unsere Position dazu gegenüber der Regierung deutlich gemacht." Das Pentagon hat im vergangenen Jahr Verträge im Wert von jeweils bis zu 200 Millionen Dollar mit großen KI-Forschungseinrichtungen wie Anthropic, OpenAI und Google geschlossen. Das Ministerium will sich in Verteidigungsfragen größtmögliche Flexibilität bewahren. Es will sich nicht durch Warnungen der Technologieentwickler vor dem Einsatz unzuverlässiger KI in Waffensystemen einschränken lassen.