
Caracas, 21. Feb (Reuters) - Unter dem massiven Druck der US-Regierung hat Venezuela Insidern zufolge damit begonnen, die engen Sicherheitsbeziehungen zu Kuba zu kappen und Berater von der Karibikinsel abzuziehen. Wie elf mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten, verlassen kubanische Sicherheitsberater und Ärzte das Land. Interimspräsidentin Delcy Rodriguez setze zu ihrem eigenen Schutz inzwischen auf venezolanische Leibwächter und nicht mehr auf die kubanischen Eliteeinheiten, auf die sich der am 3. Januar von den USA festgenommene Ex-Präsident Nicolas Maduro gestützt hatte. In den vergangenen Wochen seien zudem Flüge mit medizinischem Personal und Sicherheitsberatern in Richtung Havanna gestartet.
Einem der Insider zufolge geschehe der Abzug auf direkte Anweisung von Rodriguez, um US-Forderungen nachzukommen. Der Schritt markiert einen Einschnitt in die enge Sicherheitsallianz, die unter dem verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez begann und als Lebensversicherung der sozialistischen Regierung in Venezuela galt. Kubanische Geheimdienstler waren tief in das Militär und den militärischen Abschirmdienst DGCIM integriert, der als maßgeblich für die Unterdrückung der Opposition galt. Nach Angaben der Regierung in Havanna kamen bei dem US-Militärangriff Anfang Januar, der zur Festnahme Maduros führte, 32 Kubaner ums Leben.
Experten sahen in der kubanischen Präsenz einen entscheidenden Faktor für den jahrelangen Machterhalt der Sozialisten. "Den Kubanern gelang es zwar nicht, Maduro zu schützen, aber sie spielten eine Schlüsselrolle dabei, die Chavista-Regierung an der Macht zu halten", sagte John Polga-Hecimovich von der US-Marineakademie in Maryland. Die Strategie zur Verhinderung von Putschen habe "brillant funktioniert". Kubanische und venezolanische Stellungnahmen lagen zunächst nicht vor.
US-Präsident Donald Trump hat die Zerschlagung der Allianz zwischen Caracas und Havanna zu einem zentralen außenpolitischen Ziel erklärt. Washington blockiert seit Mitte Dezember Öllieferungen von Venezuela nach Kuba, um die kommunistische Führung auf der Insel wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Trump hatte auf der Plattform Truth Social erklärt, Kuba habe jahrelang von venezolanischem Öl und Geld gelebt und im Gegenzug Unterstützung im Sicherheitsbereich geleistet, dies sei nun jedoch vorbei. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte, die USA unterhielten inzwischen "sehr gute Beziehungen" zur Führung in Caracas. Man gehe davon aus, dass sich die Eigeninteressen von Rodriguez mit den Zielen der USA deckten.