
Frankfurt, 17. Feb (Reuters) - Die IG Metall hat gegen den Leiter des TeslaTSLA.O-Werks Grünheide Strafanzeige wegen des Vorwurfs der üblen Nachrede gestellt. Zudem beantragte die Gewerkschaft nach einer Mitteilung vom Dienstag beim Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) eine einstweilige Verfügung gegen den Geschäftsführer. Damit solle André Thierig die weitere Verbreitung falscher Behauptungen untersagt werden. Darüber hinaus bereite die Gewerkschaft eine Klage wegen Behinderung von Gewerkschaftsarbeit vor. Die IG Metall reagiert damit auf Vorwürfe Thierigs gegen einen Gewerkschaftsmitarbeiter in der vergangenen Woche.
Hintergrund ist der Vorwurf von Tesla, ein IG Metall-Beschäftigter habe eine Betriebsratssitzung auf seinem Laptop aufgezeichnet. Nach Angaben der Gewerkschaft schaltete Tesla während der Sitzung die Polizei ein. Die IG Metall wies den Vorwurf als unwahr zurück und sprach von einem abgekarteten Spiel. Der betroffene Mitarbeiter habe den Ermittlungsbehörden über seine Anwälte angeboten, den Laptop mit seinem Passwort zu öffnen, um die Vorwürfe zu entkräften. Das Gerät befinde sich bei den Ermittlungsbehörden.
Ein Rechtsstreit sei nicht die bevorzugte Form der Auseinandersetzung, sagte der IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. "Aber wenn ein Unternehmen Mitbestimmung und Gewerkschaftsarbeit derart aggressiv bekämpft, setzen wir uns mit allen Mitteln zur Wehr." Die Gewerkschaft wolle, dass die Ermittlungsergebnisse vor der Betriebsratswahl Anfang März vorlägen. Dann könnten sich die Beschäftigten selbst ein Bild machen, wer die Wahrheit sage. Anfang März wird bei Tesla ein neuer Betriebsrat gewählt, bei dem die IG Metall mit ihrer Liste antritt und auf eine Mehrheit hofft.