
Dakar/Lagos, 16. Feb (Reuters) - Die USA weiten ihren Militäreinsatz gegen Islamisten in Nigeria aus. Es seien etwa 100 US-Soldaten eingetroffen, um die örtlichen Streitkräfte auszubilden und zu beraten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag. Sie würden sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen. Von der Nachrichtenagentur Reuters ausgewerteten Flugdaten zufolge steuerten in den vergangenen Tagen mehrere Maschinen mit Soldaten und Ausrüstung den Norden des Landes an. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Abuja vorgeworfen, Christen im Nordwesten nicht ausreichend vor militanten Islamisten zu schützen.
Nigeria weist den Vorwurf der religiösen Diskriminierung zurück. Die Sicherheitskräfte gehen nach Darstellung der Regierung gegen alle bewaffneten Gruppen vor, die sowohl Christen als auch Muslime angreifen. Dennoch benötige das Land "massive Unterstützung der US-Regierung" in Form von Kampfjets und Munition, sagte Präsidialsprecher Sunday Dare. Einzelheiten nannte er nicht. Bislang unterstützte ein kleines US-Team die nigerianische Armee bei der Aufklärung. Im Dezember hatten die USA zudem Luftangriffe gegen mutmaßliche Verbündete der Miliz Islamischer Staat (IS) geflogen.
Nigeria mit seinen rund 240 Millionen Einwohnern ist religiös gespalten in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen vorwiegend christlichen Süden. Die US-Soldaten treffen inmitten schwerer Kämpfe im Nordosten des Landes ein. Am Wochenende wehrten Regierungstruppen nach eigenen Angaben koordinierte Angriffe der Islamistengruppen Boko Haram und ISWAP auf zwei Militärstützpunkte im Bundesstaat Borno ab. Dabei seien mehrere Soldaten getötet worden, hieß es. Dies waren einige der heftigsten Gefechte in diesem Jahr. Borno gilt als das Zentrum des seit 17 Jahren andauernden Aufstands der Islamisten.