
Berlin, 16. Feb (Reuters) - Trotz Handelsspannungen und geopolitischer Unsicherheiten sind die wirtschaftlichen Länderrisiken einer Studie zufolge im vergangenen Jahr weltweit gesunken. Allerdings stuft der Kreditversicherer Allianz Trade in seinem am Montag veröffentlichten Länderrisikoatlas drei wichtige deutsche Handelspartner herab: Frankreich, Belgien und die USA. Insgesamt wurden demnach die Risikobewertungen für 36 Länder verbessert, während sie sich für 14 verschlechterten. Zu den aufgewerteten Volkswirtschaften gehören unter anderem Argentinien, Italien, Spanien und die Türkei.
Der Länderrisikoatlas bewertet die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 Ländern, die etwa 94 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Die Herabstufung der drei Länder ist für die exportorientierte deutsche Wirtschaft von Bedeutung: "Insbesondere Frankreich, Belgien und die USA gehören zu den wichtigsten Handelspartnern der Deutschen", sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Sie machen zusammen rund ein Fünftel der deutschen Exporte aus." Die Herabstufung von der zweitbesten Note AA1 auf A1 bedeute zwar weiter ein insgesamt niedriges Länderrisiko. Sie deute aber auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken für Firmen hin.
Die Chefin von Allianz Trade, Aylin Somersan Coqui, wies auf die Konzentration von Risiken in wichtigen Volkswirtschaften hin. "Die Weltwirtschaft durchläuft eine der turbulentesten Phasen seit Jahrzehnten, in der sich Schocks und strukturelle Veränderungen wie KI, Demografie, Klimawandel, Handel und Regulierung überschneiden", sagte sie. Die Unsicherheit bleibe hoch. Unternehmen müssten daher einen ausgewählten, länderspezifischen Ansatz verfolgen, um ihr Geschäft auszubauen und gleichzeitig ihre Vermögenswerte zu schützen.