
München, 14. Feb (Reuters) - BSI-Chefin Claudia Plattner hat mit der Schwarz Digits-Gruppe eine strategische Kooperation etwa zur Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen geschlossen, zugleich aber die Zusammenarbeit mit US-Tech-Konzernen verteidigt. Für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei es wichtig, Tech-Firmen zu unterstützen, die das Thema Souveränität nach vorne bringen wollten, sagte Plattner in einem am Samstag veröffentlichten Reuters-Interview. Das BSI wolle die Anforderungen im Bereich der Cybersicherheit klären und Standards setzen - am Ende auch für den Einsatz in der Bundesverwaltung. Schwarz Digits ist die IT-Sparte der deutschen Schwarz Gruppe, die unter anderem Rechenzentren baut und Clouds anbietet. Für die öffentliche Verwaltung müssen Datenspeicher besondere Sicherheitskriterien erfüllen. "Echte digitale Freiheit entsteht nur durch die Kontrolle über eigene Daten und Systeme", sagte Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, zu der Partnerschaft mit dem BSI. Dies sei ein klares Signal für ein digital souveränes Europa, das seine Werte auch im Cyberraum entschlossen verteidige.
Das BSI arbeitet auch mit US-Firmen wie Google, Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft zusammen, die etwa Konkurrenten im Cloud-Geschäft sind. Auf die Frage, ob dies kein Widerspruch sei, wenn man europäische Souveränität anstrebe, sagte Plattner: "Wir wollen auf Seiten des BSI sicherstellen, dass wir Zugang zu allen digitalen Lösungen haben, die wir brauchen." Man brauche immer Optionen, zwischen denen man wählen könne. Dazu gehöre zum einen, lokale, nationale, europäische Lösungen aufzubauen, daneben aber auch, Zugang zu Technologien sicherzustellen, "die von draußen kommen". Diese müssten dann so abgesichert werden, dass sie ein selbstbestimmtes Arbeiten ermöglichten.
Am Donnerstag hatte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski, gesagt, dass sein Unternehmen seine Software gerade von Microsoft auf Google umgestellt habe. Ein Grund sei der Anspruch von Microsoft auf den Datenzugang gewesen. Google dagegen lasse den Zugriff bei der Schwarz-Gruppe - so dass die Daten selbst dann sicher seien, wenn US-Präsident Donald Trump plötzlich Probleme bereite.