
München, 13. Feb (Reuters) - Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Sicherheitspolitik gefordert. Europa müsse sein Augenmerk auf langfristiges strategisches Denken richten, sagte Macron am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dazu gehöre die Schaffung von Fähigkeiten zu tiefen Militärschlägen und die Prüfung, wie die französische nukleare Abschreckung in die künftige Sicherheitsarchitektur des europäischen Staatenbundes passen könne.
"Dies ist die richtige Zeit für ein starkes Europa", sagte Macron. "Europa muss lernen, eine geopolitische Macht zu werden. Das war nicht Teil unserer DNA." Er verteidigte zudem das Vorgehen gegen Desinformation und die Auswüchse der sozialen Medien. Diese würden den westlichen Demokratien schaden.
Macron, der vor seinem letzten Amtsjahr steht, sagte, Europa werde auch bei einer Einigung im Ukraine-Krieg weiterhin einem aggressiven Russland gegenüberstehen. Der Kontinent dürfe russischen Forderungen nicht nachgeben oder ein kurzfristiges Abkommen zulassen, das die Kernprobleme nicht löse.
"Wir müssen unsere Sicherheitsarchitektur in Europa neu mischen und neu organisieren", sagte Macron. Die bisherige Architektur sei im Kalten Krieg entworfen worden und nicht mehr zeitgemäß. "Wir müssen die nukleare Abschreckung in diesem Ansatz neu formulieren." Er kündigte an, eine Reihe von Konsultationen zu diesem Thema zu starten. Er habe bereits einen strategischen Dialog mit verschiedenen europäischen Führungspersönlichkeiten begonnen. In einigen Wochen werde er in einer Rede darlegen, wie er die Rolle der französischen nuklearen Abschreckung innerhalb Europas sehe.