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Pistorius: Verzicht auf deutsch-französischen Kampfjet verkraftbar

ReutersFeb 13, 2026 1:04 PM

- Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Verzicht auf ein gemeinsames Kampfflugzeug mit Frankreich beim Rüstungsprojekt FCAS als verkraftbar bezeichnet. "Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der Ursprungsansatz verloren geht, ein gemeinsames Kampfflugzeug zu entwickeln, dann wäre das kein Weltuntergang und auch nicht das Ende der deutsch-französischen Freundschaft oder der europäischen Rüstungskooperation", sagte der SPD-Politiker am Freitag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Es gebe derzeit noch "jede Menge Fragen zu klären". Diese lägen jedoch bei Kanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Pistorius zufolge betreffen die offenen Punkte vor allem die Industrie. Man arbeite an Lösungen, "die so oder so aussehen können". Ein Scheitern bei der Entwicklung des Jets wäre "dann halt nur ein Ergebnis eines langen Prozesses, aus dem wir dann gemeinsam Schlussfolgerungen ziehen müssen für künftige Projekte dieser oder ähnlicher Art", sagte Pistorius weiter.

Das Rüstungsvorhaben Future Combat Air System (FCAS) gilt als das größte und teuerste in Europa. Es soll von 2040 an ein vernetztes "System aus Systemen" schaffen, das neben einem neuen Kampfflugzeug auch Drohnenschwärme und eine gemeinsame Daten-Cloud umfasst. In deutschen Regierungskreisen hatte es zuletzt geheißen, die Chancen für ein gemeinsames Flugzeug seien extrem gering. Drohnen und Cloud könnten dennoch mit Frankreich entwickelt werden. Frankreich will ein Kampfflugzeug, das Atomwaffen tragen und auf Flugzeugträgern landen kann. Deutschland hat weder Nuklearwaffen noch Flugzeugträger.

Das Flugzeug soll den deutschen Eurofighter sowie die französische Rafale ersetzen. Das auf mehr als 100 Milliarden Euro geschätzte Gesamtprojekt wird von Deutschland, Frankreich und Spanien getragen. Seit Jahren gibt es jedoch insbesondere bei der Entwicklung des Jets Streit um die industrielle Führung zwischen dem französischen Hersteller DassaultAM.PA und AirbusAIR.PA, der die deutschen und spanischen Interessen vertritt.

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