
Paris, 11. Feb (Reuters) - Der französische Ölkonzern TotalEnergiesTTEF.PA will sein Geld zusammenhalten und wegen niedriger Öl- und Gaspreise seine Aktienrückkäufe im ersten Quartal drastisch zusammenstreichen. Die gesunkenen Preise hätten einen Gewinnsprung im Raffineriegeschäft und Erlöse aus dem Verkauf von Anteilen an Projekten für erneuerbare Energien zunichtegemacht, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der bereinigte Nettogewinn des Konzerns fiel im vierten Quartal auf 3,8 Milliarden Dollar von 4,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum und verfehlte damit leicht die Analystenerwartungen von 3,9 Milliarden Dollar.
Im ersten Quartal sollen nun Aktien im Wert von 750 Millionen Dollar zurückgekauft werden, was einer Halbierung entspricht. Seit Mitte 2022, als die Preise für Rohöl der Sorte Brent über 100 Dollar pro Barrel lagen, hatte der Konzern pro Quartal rund zwei Milliarden Dollar dafür aufgewendet. "Wir halten Vorsicht für den richtigen Ansatz", kommentierten Analysten von RBC und fügten hinzu, angesichts der aktuellen Preise bestehe im Laufe des Jahres noch Aufwärtspotenzial.
Andere europäische Ölkonzerne gehen ähnlich vor: BPBP.L setzte die Rückkäufe komplett aus, während EquinorEQNR.OL sie um 70 Prozent kürzte. Die US-Konkurrenten ExxonXOM.N und ShellSHEL.L halten dagegen an ihren Programmen fest. Die Aktien des Unternehmens stiegen um rund zwei Prozent.
Im vierten Quartal steigerte TotalEnergies die Öl- und Gasförderung um fünf Prozent, um den Preisverfall bei Brent-Rohöl von 15 Prozent und bei Flüssigerdgas (LNG) von 18 Prozent auszugleichen. Dennoch sank der Gewinn in der Explorationssparte um 21,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Das Ergebnis im Raffinerie- und Chemiegeschäft schoss dagegen um 215 Prozent auf eine Milliarde Dollar in die Höhe. Konzernchef Patrick Pouyanne hatte den Anstieg der Raffineriemargen zuvor auf die Sanktionen gegen russische Ölkonzerne und ein EU-Importverbot für aus russischem Öl hergestellte Kraftstoffe zurückgeführt.