
Peking, 11. Feb (Reuters) - Der chinesische Automarkt ist mit einem deutlichen Rückgang ins neue Jahr gestartet. Der Absatz fiel im Januar im Vergleich zum Vormonat um 19,5 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge, wie der Branchenverband CAAM am Mittwoch mitteilte. Das ist das stärkste Minus seit Februar 2024. Besonders deutlich war der Rückgang bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden (New Energy Vehicles, NEV), obwohl diese Kategorie sich zuletzt immer besser als der gesamte Absatz entwickelt hatte. Hier brachen die Verkäufe um 22,9 Prozent ein. Der weltweit größte Automarkt leidet unter einem harten Preiskampf, gekürzten staatlichen Subventionen und einer schwächelnden Konjunktur.
Einziger Lichtblick für die chinesischen Hersteller bleibt das Auslandsgeschäft: Die Exporte von E-Autos und Hybriden haben sich mehr als verdoppelt. Besonders hart traf die Flaute zu Jahresbeginn den Marktführer BYD002594.SZ. Der Absatz des Elektroautokonzerns brach im Januar um 30 Prozent ein. Fast die Hälfte der BYD-Verkäufe ging im Januar ins Ausland.
Zwar unterliegen die Verkaufszahlen zu Jahresbeginn wegen des unterschiedlichen Termins für das chinesische Neujahrsfest oft Schwankungen. Dass der Einbruch jedoch so drastisch ausfällt, obwohl das Fest in diesem Jahr erst Mitte Februar beginnt und Käufe üblicherweise vorgezogen werden, werten Experten als Alarmzeichen. Ein wesentlicher Grund ist die Änderung der staatlichen Eintauschprämie, bei der Zuschüsse für günstigere Autos gekürzt wurden. Zudem belasten die Immobilienkrise und der schwache Arbeitsmarkt die Kauflaune der Verbraucher. Um Kunden zu locken, bieten einige Hersteller inzwischen Rückzahlungsfristen für Autokredite von bis zu acht Jahren an.
Für zusätzlichen Druck auf die Branche sorgen verschärfte Sicherheitsvorschriften. Nach mehreren aufsehenerregenden Unfällen plant Peking ab 2027 ein Verbot von versenkbaren Türgriffen, wie sie etwa TeslaTSLA.O populär gemacht hat. Zudem werden Beschränkungen bei der Beschleunigung von Elektroautos erwogen.