
Detroit, 10. Feb (Reuters) - Hohe Abschreibungen auf das Geschäft mit E-Autos und gestiegene Kosten haben FordF.N zum Jahresende tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand im vierten Quartal ein Verlust von 11,1 Milliarden Dollar, wie der US-Autobauer am Dienstag mitteilte. Grund seien vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme. Aber auch im operativen Geschäft lief es nicht rund: Der bereinigte Gewinn brach um rund die Hälfte auf eine Milliarde Dollar ein. Ford verwies auf höher als erwartete Kosten durch einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer sowie Belastungen durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump. Diese dürften im laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Für 2026 stellte das Management insgesamt einen operativen Gewinn (Ebit) von acht bis zehn Milliarden Dollar in Aussicht, was den Erwartungen der Experten entspricht.
Konzernchef Jim Farley setzt angesichts der Probleme auf einen strikten Sparkurs sowie die Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle. Die Elektroauto-Sparte verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr rechnet Ford in diesem Bereich mit einem weiteren Minus von 4,0 bis 4,5 Milliarden Dollar. Der Weg in die Gewinnzone wird durch die gedämpfte Nachfrage erschwert, nachdem der US-Kongress die staatliche Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Kauf neuer E-Autos gestrichen hat. Farley setzt nun große Hoffnungen auf eine neue, kostengünstige Plattform für Elektrofahrzeuge, die von einem Team in Kalifornien entwickelt wurde und mit der man die Entwicklungszeiten chinesischer Konkurrenten erreichen will.
Um die Kosten weiter zu senken, sucht Ford zudem den Schulterschluss mit der Konkurrenz. In Europa kooperiert der Konzern bei E-Autos mit dem französischen Autobauer RenaultRENA.PA. Zudem laufen Gespräche mit dem chinesischen Hersteller Geely über eine Partnerschaft bei Produktion und Technologie, wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst berichtete. Während der Rivale General MotorsGM.N zuletzt mit starken Zahlen glänzte, kämpft auch StellantisSTLAM.MI mit massiven Problemen. Die Opel-Muttergesellschaft hatte in der vergangenen Woche Abschreibungen in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar angekündigt.
Ford-Aktien legten am Dienstag nach Vorlage der Zahlen nachbörslich leicht zu.