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Trump will Fed-Chef Powell trotz Ermittlungen vorerst nicht entlassen

ReutersJan 15, 2026 4:55 AM

- US-Präsident Donald Trump hegt nach eigenen Angaben vorerst keine Pläne, den Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, trotz strafrechtlicher Ermittlungen zu entlassen. "Ich habe keinen Plan, das zu tun", sagte Trump am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei jedoch zu früh, um zu sagen, was er letztendlich tun werde. Trump deutete an, dass er geneigt sei, entweder den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh oder den Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, als Nachfolger für Powell zu nominieren. US-Finanzminister Scott Bessent schloss er für die Rolle aus. Er werde in den nächsten Wochen eine Entscheidung bekanntgeben.

Hintergrund ist eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt am Hauptsitz der Fed. Powell, der die Untersuchung am Sonntag öffentlich gemacht hatte, weist die Vorwürfe zurück. Er bezeichnete das Vorgehen als Vorwand, um ihn wegen der von Trump seit langem geforderten Zinssenkungen unter Druck zu setzen. Wichtige republikanische Senatoren sowie ausländische Wirtschaftsvertreter und Investoren kritisierten den Schritt als eine Politisierung der Geldpolitik. Trump wies die Kritik zurück. "Das ist mir egal", sagte er. "Sie sollten loyal sein. Das ist es, was ich sage."

Trump übt seit langem öffentlichen Druck auf Powell aus, den er in seiner ersten Amtszeit selbst zum Fed-Chef ernannt hatte. Er wirft ihm vor, die Leitzinsen nicht so schnell oder so stark zu senken, wie es der republikanische Präsident bevorzugt. Die unter Experten verbreitete Ansicht, dass eine Aushöhlung der Unabhängigkeit der Zentralbank den Wert des US-Dollars untergraben und die Inflation anheizen könnte, tat er ebenfalls ab. "Ich habe mit Geschäften eine Menge Geld verdient, daher glaube ich, dass ich ein besseres Verständnis davon habe als der zu späte Jerome Powell", sagte Trump. Der Präsident hat bereits versucht, ein anderes Fed-Mitglied, die Gouverneurin Lisa Cook, zu entlassen. Ihr Fall wird nächste Woche vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt.

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