
Der Widerstand der Unternehmen wächst, da Nintendo sich über 1.000 anderen Firmen anschließt, die die US-Regierung auf Rückerstattung und Zinsen wegen der von Trump verhängten „illegalen“ Zölle verklagen. Die Handelsanwältin Alexis Early erklärte, die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde müsse die Rückerstattungen nun bearbeiten.
Nintendo reichte am 6. März beim US-Gericht für Internationalen Handel eine Klage gegen die Regierung von Präsident Donald Trump ein und forderte eine vollständige Rückerstattung sowie alle aufgelaufenen Zinsen, nachdem der Oberste Gerichtshof Trumps Zölle im Vormonat für ungültig dent hatte .
In der Klage wird beantragt, dass das Gericht nicht nur die sofortige Rückerstattung der „rechtswidrigen“ Zölle anordnet, die gemäß dem International Emergency Economic Powers Act von 1977 (IEEPA) erhoben wurden, zuzüglich Zinsen, sondern auch die Erstattung der Anwaltskosten.
Der Oberste Gerichtshof kippte die Zölle am 20. Februar, doch Trump kündigte an, neue 15%ige Zölle auf viele globale Importe gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 zu erheben, und behauptete, er habe das Recht, „Zölle zu erheben“
Streng genommen verklagt Nintendo nicht nur die Trump-Regierung, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika selbst, die in der Klage „ Nintendo of America Inc. gegen Vereinigte Staaten von Amerika“ ausdrücklich als Beklagte genannt werden.
In der Klage werden auch mehrere Beamte der Trump-Regierung namentlich genannt, darunter die kürzlich entlassene Ministerin für Innere Sicherheit, Kristi Noem, und Handelsminister Howard Lutnick.
Laut Nintendo konzentriert sich auf die von den Beklagten erhobenen IEEPA-Zölle, die auf Trumps Präsidialverordnungen beruhen, welche den IEEPA zur Rechtfertigung heranziehen. Das Unternehmen ist jedoch der Ansicht, dass der IEEPA die Erhebung der IEEPA-Zölle weder autorisiert noch rechtfertigt.
Sowohl der Bundesgerichtshof als auch das US-Gericht für internationalen Handel haben diesbezügliche Urteile erlassen. Die Exekutivanordnung zur Beendigung der IEEPA-Zölle regelt jedoch nicht die Rückerstattung der unrechtmäßig erhobenen IEEPA-Zölle.
Nintendo hingegen behauptet, durch diese Zölle erheblich belastet worden zu sein, und verweist auf die vorübergehende Verzögerung der Vorbestellungen für die Switch 2 in den USA sowie die unvermeidliche Preiserhöhung für Peripheriegeräte.
Trotzdem hat das Unternehmen den Preis der Konsole nicht angehoben und die Zollkosten selbst getragen. Die übernommenen Kosten fließen direkt in den Gewinn, falls die Rückerstattungen erfolgen. Verbraucher, denen die Kosten von Trumps Zöllen durch Preiserhöhungen aufgezwungen wurden, erhalten jedoch kein Geld zurück.
Andererseits besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Trump-Administration Berufung einlegt oder einen Aufschub beantragt, so der Handelsanwalt Ryan Majerus, Partner bei King & Spalding und ehemaliger US-Handelsbeamter.
Es bleibt jedoch weiterhin unvorhersehbar, wann und in welchem Umfang die Rückerstattungen erfolgen werden. Sobald das Urteil rechtskräftig ist, eröffnen sich Möglichkeiten zur Kostendeckung, und diese Entwicklung dürfte allen japanischen Unternehmen, die Zölle auf Exporte in die USA zahlen mussten, Rückenwind geben.
Barry Appleton, ein Rechtsprofessor und Co-Direktor des Zentrums für Internationales Recht der New York Law School, sagte, diese Entscheidung sei großartig für US-Importeure und Verbraucher, die aufgrund der durch das IEEPA auferlegten Zölle zusätzliche Kosten tragen mussten.
Er betonte außerdem, dass die Entscheidung den Zollagenten viel Arbeit bescheren und die Arbeit für die Gerichte erleichtern werde, während gleichzeitig das Verfahren für Importeure, die innerhalb der letzten 180 Tage Zölle entrichtet haben, in Gang gesetzt werde.
Unterdessen stellte Richter Richard Eaton vom US-Gericht für Internationalen Handel fest, dass derdent Zölle nicht einseitig festlegen oder ändern könne, da das Steuerrecht beim Kongress liege.
Ein weiteres Bundesgericht wies den Versuch der Trump-Regierung zurück, den Rückerstattungsprozess zu verlangsamen. Das US-Berufungsgericht für den Bundesbezirk leitete die nächste Phase ein, indem es den Fall zur weiteren Prüfung an das New Yorker Handelsgericht verwies.
Nintendos Klage mag zwar wie eine Nachricht aus der Spielebranche wirken, doch im Kern geht es um die Rechtmäßigkeit der amerikanischen Handelspolitik. Über 1.000 Unternehmen haben sich in diesem historischen Moment zusammengeschlossen – ein entscheidender Wendepunkt für die US-Strategien japanischer Firmen.
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