
Die Vatikanbank, offiziell bekannt als Institut für die Werke der Religion (IOR), hat zwei Aktienindizes aufgelegt, die Aktien trac, die mit katholischen Werten übereinstimmen. Einer konzentriert sich auf die Vereinigten Staaten, der andere auf die Eurozone.
Dieses Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Morningstar und markiert eine ungewöhnliche Partnerschaft zwischen dem Vatikan und der Finanzbranche. Die Vatikanbank hat neue Aktien-Benchmarks eingeführt, nämlich die Morningstar IOR US Catholic Principles und die Morningstar IOR Eurozone Catholic Principles.
„Beide Benchmarks […] wurden nach den besten Marktpraktiken und in Übereinstimmung mit katholischen Ethikkriterien erstellt und sollen als Referenz für katholische Investitionen weltweit dienen“, erklärte IOR.
Laut IOR umfassen der Morningstar IOR Catholic Principles Eurozone Index und der Morningstar IOR Catholic Principles US Index jeweils 50 Emittenten und konzentrieren sich auf mittelständische und große Unternehmen. Sie entsprechen vollständig der IOR-Anlagerichtlinie und sind darauf ausgelegt, zukünftige Entwicklungen im ethisch-katholischen Anlageansatz des Instituts zu berücksichtigen.
Giovanni Boscia, stellvertretender Generaldirektor und Finanzvorstand der Vatikanbank, erklärte: „Die Festlegung von Benchmarks gemäß anerkannten katholischen Ethikkriterien ermöglicht es uns, unsere Leistungsbewertungs- und Berichtsprozesse noch strenger und transparenter zu gestalten. […] Diese Initiative bekräftigt unser Engagement als Finanzinstitut im Dienste der Kirche und stärkt die Rolle der [Vatikanbank] als Bezugspunkt für die katholische Welt weiter.“
Der Eurozonen- Fonds zählt den Halbleiterhersteller ASML Holding und das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom zu seinen größten Positionen. Die größten Positionen des US-amerikanischen Index hingegen sind Meta Platforms und Amazon.
Diese Markteinführungen haben die Möglichkeit eröffnet, dass die Indizes für die Verwendung in börsengehandelten Fonds lizenziert werden könnten. Weltweit steigt das Interesse der Anleger an ETFs und anderenmatic Anlageprodukten.
Laut PricewaterhouseCoopers wuchs der globale ETF-Markt bis 2024 um fast 30 % auf über 14 Billionen US-Dollar. Einem Bericht von PwC zufolge könnte der Gesamtwert dieser Fonds bis 2029 sogar 30 Billionen US-Dollar erreichen.
Dieser Schritt erfolgt im Zuge der Bemühungen der Vatikanbank, ihr Image nach einer Reihe von Skandalen zu verbessern. Das mit dem Heiligen Stuhl verbundene Finanzinstitut sah sich mit mehreren Vorwürfen der Geldwäsche und Verbindungen zum organisierten Verbrechen konfrontiert, insbesondere nach dem Zusammenbruch der Mailänder Banco Ambrosiano im Jahr 1982. Im Jahr 2021 wurde der ehemaligedent der Vatikanbank, Angelo Caloia, wegen Geldwäsche und Veruntreuung von Millionen von Euro im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Institution für schuldig befunden.
Der Vatikan unterhält zudem ein eigenes Anlageportfolio. Laut seinem letzten Finanzbericht erzielte er 2024 einen Gewinn von 38,1 Millionen Euro (45,41 Millionen US-Dollar). Katholiken bilden mit über 50 Millionen erwachsenen Katholiken landesweit die größte Religionsgruppe in den USA.
Unterdessen erfreuen sich Anlageprodukte mit Fokus auf soziale Verantwortung und ähnlichen Themen zunehmender Beliebtheit bei einem Teil der Anleger. Die Ave Maria Mutual Funds, eine Fondsgesellschaft, die Kapital nach katholischen Grundsätzen anlegt, verwaltete laut ihrer Website im vergangenen Jahr ein Vermögen von 3,8 Milliarden US-Dollar.
ist der US-amerikanische ETF S&P 500 Catholic Values Index strukturiert und hat eine Marktkapitalisierung von über 1 Milliarde US-Dollar (840 Millionen Euro). NVIDIA und Apple sind die größten Holdinggesellschaften im Index und repräsentieren 8,2 % bzw. 6,8 % des Vermögens.
Insgesamt ESG- und nachhaltige Fonds im vergangenen Jahr eine deutliche Trendwende hinsichtlich Anlegerstimmung und Performance. Morningstar meldete Abflüsse von rund 84 Milliarden US-Dollar aus globalen nachhaltigen Fonds im vergangenen Jahr, verglichen mit Zuflüssen von etwa 38 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.
In wichtigen Regionen wie Europa, den USA und dem Rest der Welt kam es zu Kapitalabflüssen. Nur etwa 26 % der ESG-Indizes schnitten besser ab als vergleichbare Indizes ohne ESG-Kriterien. Daten zeigen zudem anhaltende Nettoabflüsse von rund 27 Milliarden US-Dollar allein im vierten Quartal. Das Gesamtvermögen nachhaltiger Fonds stieg jedoch aufgrund der positiven Marktentwicklung leicht an.
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