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New Yorker Spitzenstaatsanwälte nehmen Stablecoin-Firmen ins Visier, die „von Betrug profitieren“

CryptopolitanFeb 2, 2026 11:19 PM

Die New Yorker Staatsanwälte Letitia James und Alvin Bragg haben einen Brief an den Kongress geschrieben, in dem sie detailliert darlegen, wie der GENIUS Act Stablecoin-Unternehmen dabei hilft, von gestohlenen Geldern zu profitieren. 

Berichten zufolge verdienen Tether und Circle Milliarden an Zinsen auf gestohlene Gelder, anstatt die Vermögenswerte an die Behörden abzugeben oder sie an die Opfer zurückzugeben. 

Inwiefern versagt der GENIUS Act beim Schutz von Kryptowährungsanlegern? 

In einem Brief an die Kongressführung berichtet CNN, dass die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, argumentierten, das GENIUS-Gesetz sei ein „Geschenk“ an Krypto-Unternehmen, die faktisch „von Betrug profitieren“.

Der Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins (GENIUS) Act wurde im Juli 2025 vondent Trump unterzeichnet. Er soll die Stabilität von Stablecoins gewährleisten und verpflichtet Unternehmen, ihre Coins mit sicheren Vermögenswerten wie cash oder Schatzanweisungen zu decken. 

Die Staatsanwaltschaft bemängelt jedoch, dass dem Gesetz eine entscheidende Regel fehlt, die Unternehmen dazu verpflichtet, gestohlenes Geld an die Opfer zurückzuzahlen.

Dem Schreiben zufolge ermöglicht diese „Lücke“ den beiden größten Emittenten von Stablecoins, Tether (USDT) und Circle (USDC), die Kontrolle über Gelder zu behalten, selbst nachdem diese als gestohlen gemeldet wurden. 

Bemerkenswert ist, dass diese Unternehmen Milliarden von Dollar in Staatsanleihen als Deckung ihrer Kryptowährungen halten und dadurch enorme Zinserträge erzielen. Die Staatsanwaltschaft schätzt, dass beide Unternehmen allein im Jahr 2024 mit diesen Anlagen rund eine Milliarde Dollar Gewinn erwirtschaftet haben. Ein Teil dieser Gewinne stammt aus den Zinsen auf Gelder von Opfern von Hackerangriffen und betrügerischen Schweineschlachtungen.

Letitia James und Alvin Bragg wiesen darauf hin, dass der GENIUS Act keine Regelungen zur „Wiedergutmachung“ enthält. Im traditionellen Bankwesen gibt es klare Wege zur Rückzahlung von Geldern, wenn ein Gericht einer Bank den Diebstahl von Geldern vorwirft. Der GENIUS Act hingegen konzentriert sich lediglich darauf, Unternehmensinsolvenzen zu verhindern und geht kaum darauf ein, wie mit kriminellen Erträgen umzugehen ist.

Die Staatsanwaltschaft wirft Circle vor, nach dem Einfrieren von Wallets das darin enthaltene cash einzubehalten, anstatt es an Strafverfolgungsbehörden oder Opfer weiterzuleiten, und weiterhin Zinsen zu kassieren. Berichten zufolge hielt Circle im November 2025 mehr als 114 Millionen US-Dollar an eingefrorenen Geldern.

Tether hingegen unterstützt Strafverfolgungsbehörden fallweise. Das Unternehmen sorgte kürzlich für Schlagzeilen, als es am 11. Januar 2026 182 Millionen US-Dollar in fünf Wallets der Tron Blockchain einfror. Tether argumentiert jedoch, dass es keine generelle rechtliche Verpflichtung habe, Anordnungen auf Landesebene zu befolgen, sondern nur solche des Bundes. 

Dies führt dazu, dass viele Opfer in New York keine Möglichkeit haben, ihr Geld zurückzubekommen, selbst wenn die Polizei genau weiß, in welcher digitalen Geldbörse es sich befindet.

Tut die Kryptoindustrie genug, um die internationale Kriminalität zu bekämpfen?

Laut dem Krypto-Kriminalitätsbericht 2026 von Chainalysis gingen 2025 Rekordzahlungen in Höhe von 154 Milliarden US-Dollar auf illegalen Adressen ein – ein Anstieg von 162 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bericht stellte außerdem fest, dass Stablecoins mittlerweile das bevorzugte Zahlungsmittel für Kriminelle sind.

Im Februar 2025 brachten russische Institutionen einen Rubel-gedeckten Token namens A7A5 auf den Markt, um internationale Sanktionen zu umgehen. Innerhalb eines Jahres wurden über 93 Milliarden US-Dollar über diesen Token abgewickelt. Auch Staaten wie Nordkorea nutzen Stablecoins, um die 2 Milliarden US-Dollar zu verschleiern, die sie 2025 erbeutet haben, darunter 1,5 Milliarden US-Dollar aus einem massiven Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit Anfang 2025.

Im Bereich der lokalen Kriminalität hat die Staatsanwaltschaft von Brooklyn kürzlich einen 23-Jährigen wegen eines Betrugs in Höhe von 16 Millionen US-Dollar angeklagt. Er hatte mithilfe von KI Mitarbeiter von Coinbase imitiert. Solche KI-gestützten Betrugsmaschen werden voraussichtlich im Jahr 2025 4,5-mal profitabler sein als herkömmliche Betrugsmaschen, da sie so überzeugend sind. 

Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass der GENIUS Act der Branche zwar ein „Legitimationssiegel“ verleiht, ihr aber gleichzeitig die Mittel zur Verfügung stellt, um diese Hightech-Kriminellen zu stoppen.

Es wird erwartet, dass sich der Krypto-Rat des Weißen Hauses nächste Woche mit Vertretern von Coinbase, Rippleund der American Bankers Association treffen wird, um über „Stablecoin-Belohnungen“ und den Umgang mit Zinszahlungen zu sprechen, die Emittenten derzeit gemäß dem GENIUS Act nicht an ihre Kunden zahlen dürfen.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft richtete ihren Brief an einflussreiche Senatoren wie Chuck Schumer und Mark Warner. Warners Büro antwortete bereits und erklärte, der Schutz der Opfer habe „oberste Priorität“ und der Kongress prüfe, ob weitere Gesetze erforderlich seien, um die schnelle Rückzahlung gestohlener Gelder zu gewährleisten.

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