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Kanada plant im Rahmen eines neuen Handelsabkommens eine Steigerung der Exporte nach China um 50 %

Jan 22, 2026 5:41 PM

Kanada hat mit einem neuen Handelsabkommen mit China einendentSchritt zur Diversifizierung seiner Energieexportmärkte unternommen. Dies ist Teil umfassenderer Bemühungen des Landes, seine wirtschaftliche Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern. Es signalisiert einen grundlegenden Wandel in der globalen Handelsdynamik.

Der kanadische Premierminister Mark Carney besuchte letzte Woche erstmals seit fast zehn Jahren China. Bei seinem Treffen mit Präsident dent Jinping und weiteren chinesischen Regierungsvertretern wurde eine neue strategische Partnerschaft skizziert. Laut einer Pressemitteilung des kanadischen Premierministers konzentriert sich diese Partnerschaft auf die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, saubere Technologien und Klimawandel. Kurz nach dem Treffen veröffentlichte die kanadische Regierung die Details der neuen Partnerschaft, wobei insbesondere der Plan hervorgehoben wurde, die Exporte nach China bis 2030 um 50 % zu steigern.

Das neue Handelsabkommen der kanadischen Regierung mit China markiert einen bedeutenden Wandel in der globalen Handelsdynamik. Experten gehen davon aus, dass dieses Abkommen eine Reaktion auf die zunehmend feindseligen Beziehungen zur US-Regierung unter der Trump-Administration ist, die für 2025 eine Reihe signifikanter Zölle gegen Kanada verhängt hat. Dazu gehören unter anderem ein 50-prozentiger Zoll auf Kupferimporte, ein 25-prozentiger Zoll auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie ein 10-prozentiger Zoll auf Energieimporte wie Öl. 95 Prozent der kanadischen Energieexporte, darunter Öl, gingen 2024 in die Vereinigten Staaten, was die starke wirtschaftliche Abhängigkeit Kanadas verdeutlicht.

Das Büro des US-Handelsbeauftragten erklärt, Kanada sei „stets einer der beiden wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten“ gewesen. Doch mit Kanadas neuem Plan, die Exporte nach China bis 2030 deutlich zu steigern, verändert sich diese Dynamik zwischen den beiden Nachbarländern.

Kanadas Energieexporte nach Asien über die Trans-Mountain-Pipeline

Trotz der aktuellen Spannungen zwischen den Regierungen Kanadas und der USA begann Kanada schon lange vor dem Amtsantrittdent Trump für seine zweite Amtszeit mit der Schaffung der Rahmenbedingungen zur Diversifizierung seiner Energieexporte.

Die Fertigstellung des Trans-Mountain-Expansionsprojekts (TMX) im Sommer 2024 war der erste Schritt zur Öffnung der kanadischen Ölmärkte für bedeutende asiatische Länder wie China. Das Projekt wurde 2013 angekündigt, der Bau begann 2019 und ermöglicht Kanada seither einen neuen Zugang zu den asiatischen und pazifischen Ölmärkten.

Kanadas Ölreserven lagen ursprünglich im Landesinneren, was den Handel mit anderen Nationen als den benachbarten Vereinigten Staaten erheblich erschwerte. Mit der Fertigstellung der TMX-Pipeline kann Öl nun jedoch von Alberta über British Columbia in den Pazifik transportiert werden.

Dies schafft eine neue Handelsdynamik, die es dem Land ermöglicht, seine wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA zu verringern, und die bereits deutliche Auswirkungen zeigt. Seatrade Maritime News berichtet, dass die chinesischen Importe von US-Rohöl bis 2025 um über 60 % gesunken sind, während die kanadischen Ölimporte um über 300 % gestiegen sind, was die Bedeutung der TMX-Pipeline unterstreicht.

Kanadas neues Handelsabkommen mit China

Die kanadische Regierung hat zusätzliche Handelsabkommen mit der chinesischen Regierung bekannt gegeben, die über den Ölexport hinausgehen und die Grundlage einer neuen strategischen Handelsallianz zwischen den beiden Ländern bilden. Die Exporte von Elektrofahrzeugen aus China nach Kanada werden ab 2026 eine Quote von 49.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen; eine Ausweitung dieser Bemühungen in den Folgejahren ist geplant.

Darüber hinaus plant die chinesische Regierung, die Zölle auf kanadisches Raps-Saatgut von 84 % auf 15 % zu senken. Auch die Zölle auf kanadische Hummer, Erbsen und Krabben sollen voraussichtlich reduziert werden. Kanada öffnet zudem seine Märkte für chinesische Stahl- und Aluminiumprodukte und schafft damit einen weiteren Bereich, der die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA verringern soll.

Diese neue Handelsallianz ist eine Weiterentwicklung der kanadischen Außenpolitik. Offenbar hat Kanada seine Bedenken hinsichtlich der Menschenrechtslage in China zugunsten einer stärkeren Wirtschaftskraft zurückgestellt. Sie signalisiert zudem, dass Kanada angesichts der anhaltenden Spannungen mit der Trump-Administration ernsthaft daran interessiert ist, seine wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA zu verringern.

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