Die Aktien von Ubisoft brachen am Donnerstagmorgen um 33 % ein, kurz nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, mehrere Studios zu schließen, sechs Spiele einzustellen und eine komplette Unternehmensumstrukturierung vorzunehmen.
Der Absturz kam allerdings nicht so plötzlich. Die Ubisoft-Aktie befindet sich seit Jahren im Sinkflug, seit dem Ende des Corona-Booms. Spielverschiebungen häuften sich, und damit auch die Verluste.
Am Mittwochabend gab das Unternehmen bekannt, dass es im Geschäftsjahr 2026 mit einem Verlust von einer Milliarde Euro rechnet. Hinzu kommen bereits 650 Millionen Euro, die allein durch die Restrukturierung entstanden sind. Man räumte sogar ein, dass ein Verkauf von Teilen des Unternehmens in Betracht gezogen wird.
Zwei Studios (Halifax in Kanada und Stockholm in Schweden) werden komplett geschlossen. Weitere Studios in Abu Dhabi, Helsinki und Malmö werden umstrukturiert. Dies ist Teil der von Ubisoft als „dritte und letzte“ Phase des Kostensenkungsprogramms bezeichneten Maßnahme. Mit diesem Plan sollen innerhalb von zwei Jahren weitere 200 Millionen Euro eingespart werden.
Das Unternehmen hat bereits weltweit rund 3.000 Stellen abgebaut und mehrere weitere Niederlassungen geschlossen. Nun will es die Fixkosten von 1,75 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 1,25 Milliarden Euro bis 2028 senken. Das entspricht einer Einsparung von 500 Millionen Euro.
Auch die Telearbeit wird beendet. Das Management will wieder fünf Bürotage pro Woche als Standard einführen. Das sorgt bereits in Frankreich für Spannungen, wo es schon früher zu Protesten von Arbeitnehmern gekommen ist.
Vincent Cambedouzou von der STJV-Spielearbeitergewerkschaft nannte die Änderung „völlig unbegründet“ und sagte, die Menschen seien „verängstigt, da die Studios eines nach dem anderen schließen“. Er bezeichnete den gesamten Plan als „Desaster“ und einen „von der Geschäftsleitung ausgelösten Konflikt“
Es geht hier nicht nur um Kosteneinsparungen. Ubisoft verändert auch die Art und Weise, wie seine Spiele entwickelt werden. Das Unternehmen führt eine völlig neue Struktur mit fünf „Kreativhäusern“ ein. Jedes dieser Häuser ist für ein bestimmtes Genre zuständig und verfügt über eigene Führung, Budgets und Entscheidungsbefugnisse.
Die erste Einheit, Vantage Studios, wurde bereits im Oktober gegründet und betreut Assassin's Creed, Rainbow Six und Far Cry. Ziel ist es, jede dieser Spielreihen zu einem Milliarden-Euro-Geschäft zu entwickeln. Tencent erwarb für 1,16 Milliarden Euro einen Anteil von 26 % an Vantage , wodurch das Unternehmen mit 3,8 Milliarden Euro bewertet wurde.
Die anderen vier Bereiche sind noch unbenannt, aber bereits geplant. Einer wird sich auf Shooter wie The Division und Ghost Recon konzentrieren. Ein anderer wird Multiplayer-Titel wie The Crew und For Honor beherbergen. Ein dritter ist für Fantasy-Spiele wie Prince of Persia und Might and Magic vorgesehen. Der letzte wird sich um Familienspiele wie Just Dance kümmern.
Etwa die Hälfte aller Ubisoft-Studios weltweit wird auf diese beiden Bereiche aufgeteilt. Die andere Hälfte bildet ein globales Netzwerk zur Unterstützung spezifischer Projekte. Eine separate Gruppe kümmert sich um Technologie, Marketing, Produktion und Vertrieb.
Die Pariser Zentrale behält die Kontrolle über Strategie und Ressourcen.
Auch die Nettobuchungen sind rückläufig. Das Unternehmen rechnet nun für das Geschäftsjahr 2026 lediglich mit 1,5 Milliarden Euro. Das sind 330 Millionen Euro weniger als in früheren Prognosen.
Yves Guillemot, Gründer und CEO des Unternehmens, bezeichnete dies als einen „radikalen Schritt“, der jedoch notwendig sei. „Das heutige Marktumfeld erfordert, dass der Konzern seine Organisation und Arbeitsweise grundlegend verändert“, sagte er.
Yves warnte außerdem, dass der Plan die Gewinne sowohl 2026 als auch 2027 schmälern würde.
Dennoch hofft Ubisoft, dass der Neustart zu dem führen wird, was Guillemot als „nachhaltiges Wachstum und eine solide cash Generierung“ bezeichnete. Doch im Moment sind die Zahlen noch ungenau.
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