Der Kospi überschritt diese Woche zum ersten Mal überhaupt die 5.000-Punkte-Marke und erreichte diese Zahl am Donnerstag, bevor er etwas niedriger bei 4.952,53 Punkten schloss.
Der Index ist im Januar um fast 20 % gestiegen, angetrieben von massiven Kursgewinnen bei Chip-Aktien und neuen Regeln, die die Macht familiengeführter Konglomerate schwächen sollen.
Präsident Lee Jae Myung hat beide Ideen mit Nachdruck verfolgt, und ausnahmsweise scheinen die Zahlen ihm Recht zu geben. Er hatte den Wählern versprochen, den Kospi-Index während seiner Amtszeit auf 5.000 zu bringen dent Na dann, herzlichen Glückwunsch!
Den Aufschwung angeführt haben [natürlich] Samsungtronund SK Hynix, die beiden Giganten im Zentrum des KI-Chip-Booms. Ihr Aufstieg verlief alles andere als langsam.
Samsung hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht und notiert aktuell bei 154.700 Won. SK Hynix hat sich sogar noch stärker entwickelt und ist um fast das Vierfache auf 766.000 Won gestiegen. Zusammen machen diese beiden Unternehmen nun mehr als ein Drittel des gesamten Kospi aus.
Nach seinem Wahlsieg im vergangenen Juni machte Lee deutlich, dass er nicht mehr nach den alten Regeln spielen würde. Er versprach, den sogenannten „Korea-Abschlag“ zu bekämpfen – das Problem, dass Anleger koreanische Aktien meiden, weil sie es leid sind, dass Familiendynastien das Sagen haben.
Ein erster Schritt in diese Richtung erfolgte bereits im Juli letzten Jahres, als Lees Team das Handelsgesetz änderte. Die neue Regelung verpflichtet Unternehmensleiter rechtlich dazu, die Interessen aller Aktionäre zu berücksichtigen, nicht nur die des Unternehmens oder seiner Insider.
Kritiker sagen, die alte Regelung habe den Chaebol-Familien nur noch mehr Macht verliehen, die ohnehin schon den größten Teil des Marktes hinter verschlossenen Türen kontrollieren.
Die Regierung will nun noch einen Schritt weiter gehen. Lees Team arbeitet an einem Plan zur Einziehung eigener Aktien. Diese Aktien werden üblicherweise von Unternehmen selbst gehalten, um Insider zu schützen. Die Einziehung dieser Aktien würde den Gewinn je Aktie steigern und externen Investoren mehr Einfluss verschaffen. Zudem werden Steuersenkungen eingesetzt, um Unternehmen zu höheren Dividendenzahlungen zu bewegen, die im Vergleich zu anderen Ländern stets niedriger waren.
Lee schrieb im April, als der Index noch unter 2.500 lag: „Wenn wir einen fairen und angemessenen Mechanismus für die Unternehmensführung und eine Marktordnung etablieren, wird unser Aktienmarkt einen gewaltigen Sprung nach vorn machen.“
Während globale Fonds und institutionelle Händler sich an der Rallye beteiligten, konnten Privatanleger (die sogenannten „Ameisen“) nicht davon enj. Daten der koreanischen Börse zeigen, dass sie im vergangenen Jahr netto verkauften. Sie zogen ihre Anteile zurück, als die Rallye ihren Höhepunkt erreichte.
Dennoch legten einige Aktien außerhalb des Chip-Sektors deutlich zu. Samsung SDI, ein Batteriehersteller, verzeichnete einen Kursanstieg von 18,67 %. Doosan, ein großer Industriekonzern, stieg um 9,09 %. Selbst Samsungtron, die bereits stark im Kurs standen, legten im Wochenverlauf weitere 1,87 % zu.
Doch die Realwirtschaft feiert nicht. Das BIP schrumpfte in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 um 0,3 Prozent. Das ist der schwächste Quartalswert seit 2022. Das Wachstum für das Gesamtjahr lag bei lediglich 1 Prozent und damit so niedrig wie seit 2020 nicht mehr, als das Land mitten in der Pandemie steckte und die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zurückging.
In der Region war die vibe etwas besser. Der japanische Nikkei 225 stieg um 1,73 % und schloss bei 53.688,89 Punkten, womit eine fünftägige Verlustserie beendet wurde.
Der Topix legte um 0,74 % zu und schloss bei 3.616,38 Punkten. In Australien stieg der ASX 200 um 0,75 % auf 8.848,70 Punkte. In China gewann der Shanghai Composite 0,14 %, der Hang Seng legte um 0,17 % zu, während der CSI 300 mit einem Plus von 0,01 % kaum Veränderungen zeigte.
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