
US-Aktien wurden am Dienstag stark verkauft, als das geopolitische Risiko anstieg, nachdem Präsident Donald Trump die Rhetorik zur Übernahme Grönlands verschärfte, einschließlich neuer Zollandrohungen gegen enge US-Verbündete. Die Märkte reagierten schnell auf die Aussicht auf einen erneuten Handelskonflikt, da die Anleger ihre Exposition gegenüber US-Vermögenswerten verringerten, aus Sorge, dass Zölle als politisches Instrument und nicht als rein wirtschaftliches Mittel eingesetzt werden. Die Renditen von Staatsanleihen sprangen in die Höhe, der US-Dollar (USD) schwächte sich um etwa 1% und die Volatilität stieg, als die Risikostimmung sich verschlechterte.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) fiel um 1,4%, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite um 1,6% bzw. 1,8% nachgaben, was beide Indizes ins negative Terrain für das Jahr drückte. Der VIX stieg zum ersten Mal seit Ende November über 20 und spiegelte die steigende Unsicherheit wider. Trump skizzierte Pläne, Zölle ab dem 1. Februar auf Importe aus acht NATO-Ländern mit 10% zu erheben, die bis Juni auf 25% steigen sollen, und drohte separat mit 200% Zöllen auf französischen Wein und Champagner. Europäische Führer signalisierten starken Widerstand und ziehen Berichten zufolge Vergeltungsmaßnahmen in Betracht, was das Risiko einer breiteren Eskalation erhöht.
Marktteilnehmer warnten, dass Aktien bereits für optimistische Ergebnisse bewertet seien, was sie anfällig für politische Schocks mache. Die Anleger wurden auch unruhig über die langfristigen Auswirkungen auf Kapitalflüsse, da die Sorge besteht, dass ein anhaltender Handelskonflikt die ausländische Nachfrage nach US-Vermögenswerten und -Schulden verringern könnte. Der Hintergrund verstärkte eine globale risikoscheue Bewegung, wobei der Euro gegenüber dem Dollar anstieg und Anleihen stark verkauft wurden. Trump wird voraussichtlich das Thema bei Treffen mit europäischen Führern in Davos ansprechen, wo das Thema bereits erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.
Technologieaktien blieben unter Druck, was dazu führte, dass der Nasdaq im Jahresverlauf niedriger gehandelt wurde, während mehrere große Marktführer weiterhin fielen. Apple (AAPL) und Meta (META) sind seit Jahresbeginn um etwa 8% gefallen, während Microsoft (MSFT) um etwa 6% nachgab, was die anhaltende Schwäche bei hoch bewerteten Wachstumsnamen inmitten steigender geopolitischer und politischer Unsicherheit hervorhebt. Inmitten des breiteren Verkaufs boten defensive und wertorientierte Aktien Stabilität, wobei Walmart (WMT) und Procter & Gamble (PG) neue Höchststände erreichten und Versicherungsunternehmen wie Allstate (ALL) Gewinne verzeichneten, da Anleger relative Sicherheit suchten.
Im Gegensatz dazu zeigten Kleinunternehmen erneut relative Widerstandsfähigkeit. Der Russell 2000 übertraf den S&P 500 zum zwölften Mal in Folge, die längste Serie seit 2008, und bleibt im Jahr 2026 um mehr als 7% im Plus. Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed), solide inländische Wachstumsdaten und die stärkere Exposition des Index gegenüber US-orientierten Unternehmen haben dazu beigetragen, Kleinunternehmen vor handelsbezogenen Risiken zu schützen.
Auf der politischen Ebene sagte Finanzminister Scott Bessent, dass Präsident Trump kurz davor sei, den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve zu nominieren, wobei eine Entscheidung möglicherweise bereits nächste Woche fallen könnte. Der Prozess hat sich auf vier Kandidaten eingeengt, was einen weiteren wichtigen makroökonomischen Katalysator für die Märkte darstellt.

Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.