Intel-Aktie stürzt 24 Prozent ab: Schwache Prognose überschattet starke Zahlen
Die Aktie von Intel ist am Donnerstag um 24 Prozent eingebrochen. Auslöser war ein enttäuschender Ausblick auf das vierte Quartal. Sowohl beim erwarteten Umsatz als auch beim Gewinn blieb der Chiphersteller deutlich hinter den Prognosen der Wall Street zurück. Dabei hatte Intel für das dritte Quartal einen überraschend hohen Gewinn gemeldet und zugleich von einer kräftig steigenden Nachfrage nach Prozessoren für Rechenzentren profitiert.
Im dritten Quartal erzielte Intel einen bereinigten Gewinn von 0,52 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Analystenschätzungen von 0,40 US-Dollar deutlich. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar zu. Damit lag Intel auch leicht über der Konsensprognose von 16,48 Milliarden US-Dollar.
Wesentlich schwächer fiel dagegen die Prognose für das Schlussquartal aus. Intel rechnet mit einem Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden US-Dollar, während Analysten bislang 17,08 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. Gemessen am Mittelwert der Unternehmensprognose ergibt sich damit eine Abweichung von rund neun Prozent. Auch beim Ergebnis bleibt der Konzern hinter den Erwartungen zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll lediglich 0,25 US-Dollar erreichen, verglichen mit einer Konsensschätzung von 0,44 US-Dollar.
Der vorsichtige Ausblick spiegelt die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche wider. Während die Nachfrage nach Server-Prozessoren weiterhin stark wächst, bleibt das Geschäft mit klassischen PCs angeschlagen.
„Trotz der kurzfristigen Belastungen in der PC-Branche bleibt die Nachfrage nach unseren Prozessoren robust“, erklärte Intel-Chef Lip-Bu Tan. Die Quartalsergebnisse zeigten zudem, dass sich die operative Umsetzung verbessere, das Unternehmen seine Lieferkapazitäten ausgebaut habe und bei der Fertigungstechnologie Fortschritte mache.
Finanzchef David Zinsner rechnet allerdings nicht mit einer schnellen Erholung des PC-Marktes. Nach seiner Einschätzung dürfte die Schwächephase mindestens bis in die erste Hälfte des kommenden Jahres anhalten.
Besonders deutlich wird die unterschiedliche Entwicklung beim Blick auf die einzelnen Sparten. Der Umsatz der Client Computing and Physical AI Group sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 8,1 Milliarden US-Dollar. Darin spiegelt sich die anhaltende Abschwächung des PC-Marktes wider. Ganz anders entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren und künstlicher Intelligenz. Hier schnellten die Erlöse um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar nach oben. Laut Zinsner war dies das stärkste Umsatzwachstum im Rechenzentrumsgeschäft seit 15 Jahren.
Auch die Aussichten für die Profitabilität konnten die Anleger nicht überzeugen. Zwar verbesserte Intel seine bereinigte Bruttomarge im dritten Quartal von 40 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 44,1 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen jedoch wieder einen Rückgang auf 38 Prozent.
Die Auftragsfertigungssparte Intel Foundry steigerte ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig erwirtschaftete der Konzern im dritten Quartal einen operativen Cashflow von 5,1 Milliarden US-Dollar. Für Investoren bleibt allerdings die Frage entscheidend, ob Intel genügend externe Kunden für sein Fertigungsgeschäft gewinnen kann, um die langfristig geplanten Investitionen wirtschaftlich zu rechtfertigen.
Weitere Hinweise auf den Fortgang des Konzernumbaus könnten die Ausführungen des Managements in der anschließenden Analystenkonferenz liefern. Im Mittelpunkt dürften dabei neue Aufträge und Zusagen von Kunden der Auftragsfertigung, der Ausbau der Produktionskapazitäten sowie die weitere Entwicklung der nächsten Generation von Fertigungsverfahren stehen.
Empfohlene Artikel










Kommentare (0)
Klicken Sie auf die $-Schaltfläche, geben Sie das Symbol ein und wählen Sie eine Aktie, einen ETF oder einen anderen Ticker zum Verlinken aus.