Alphabet-Aktie stürzt 12 Prozent ab: Mizuho sieht Kaufchance mit 460-Dollar-Kursziel
Die japanische Investmentbank Mizuho hält trotz der durchwachsenen Quartalszahlen an ihrer positiven Einschätzung für Alphabet fest. Die Analysten bestätigten ihr Anlageurteil „Outperform“ und das Kursziel von 460 US-Dollar. Den nachbörslichen Kursrückgang der Google-Mutter sehen sie als Kaufgelegenheit.
Die Alphabet-Aktie hatte den Handel am Donnerstag mit einem Minus von mehr als zwölf Prozent beendet.
„Wir nutzen den nachbörslichen Rücksetzer bei der Alphabet-Aktie zum Kauf. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die positiven Auswirkungen des stärkeren Cloud-Geschäfts durch die TPU-Technologie auf den Gewinn je Aktie insgesamt größer ausfallen werden als die Belastungen durch schwächere Umsätze im Suchmaschinengeschäft“, schrieb Mizuho-Analyst Lloyd Walmsley.
Der Umsatz im Cloud-Geschäft stieg um 103 Prozent. Ausschlaggebend waren die robuste Nachfrage im Kerngeschäft und die zunehmenden Erlöse mit den eigens entwickelten KI-Beschleunigern, den sogenannten Tensor Processing Units (TPUs). Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge der Cloud-Sparte von 35,6 Prozent im zweiten Quartal auf 36,2 Prozent. Bemerkenswert ist dabei, dass die Marge trotz des deutlich gestiegenen TPU-Umsatzes zulegte.
Für Walmsley deutet diese Entwicklung darauf hin, dass sich die Gewinnmargen im TPU-Geschäft inzwischen denen des klassischen Cloud-Geschäfts annähern. Damit lägen sie erheblich über der bisherigen Mizuho-Schätzung von 14 Prozent.
Auf Grundlage der Mizuho-Prognosen für das Geschäftsjahr 2028 ergäbe sich daraus nach Einschätzung des Analysten ein zusätzliches Aufwärtspotenzial von rund 13 Prozent beim konzernweiten operativen Ergebnis. Für den nach US-Rechnungslegungsstandards (GAAP) ermittelten Gewinn je Aktie beziffert er den möglichen positiven Effekt auf etwa zwölf Prozent.
„Wir glauben nicht, dass die Konsensschätzungen oder der Aktienkurs bereits einen wesentlichen Beitrag des TPU-Geschäfts zum Umsatz beziehungsweise zur Marge berücksichtigen“, erklärte Walmsley.
Weniger überzeugend entwickelte sich dagegen das Suchmaschinengeschäft. Hier stieg der Umsatz währungsbereinigt lediglich um zwölf Prozent. Damit verfehlte Alphabet sowohl die Mizuho-Prognose von 13 Prozent als auch die Markterwartung von 15 Prozent.
Nach Einschätzung von Walmsley erzielt Alphabet mit seinem KI-Modus bislang geringere Erlöse als mit der klassischen Google-Suche. Mit der zunehmenden Verbreitung des Angebots dürfte dies kurzfristig auf das Umsatzwachstum drücken. Gleichzeitig verzeichnete die Zahl der Suchanfragen jedoch den stärksten Zuwachs seit fünf Jahren. Zudem scheint die Nutzung des KI-Modus überwiegend zusätzliche Suchaktivität zu schaffen.
„Wir gehen davon aus, dass dies die letzte Abwärtskorrektur der Schätzungen für das Suchmaschinengeschäft sein wird. Gleichzeitig sehen wir beim operativen Ergebnis der Cloud-Sparte erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber den Erwartungen der Wall Street“, sagte der Analyst.
Mizuho verwies allerdings auch auf ein schwieriges Margenumfeld mit Blick auf 2027. Im Cloud-Geschäft dürften steigende Abschreibungen und höhere Kosten für zusätzliche Kapazitäten die Profitabilität belasten. Während der Analystenkonferenz erläuterte Alphabet zudem, dass der Konzern seine TPU-Racks an Broadcom verkauft, das diese anschließend an die Kunden weiterveräußert.
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