Fed-Zinserhöhung vom Tisch? Schwacher Jobbericht setzt Dollar unter Druck
Der schwache US-Arbeitsmarktbericht für Juli hat die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September deutlich gedämpft. Darauf verweist James Knightley, Chefökonom für internationale Märkte bei ING. Der Dollar gab nach, während die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen fielen. Entscheidend für die weitere Fed-Politik dürften nun die kommenden Konjunkturdaten werden. Bis zur nächsten Zinsentscheidung stehen noch ein weiterer Arbeitsmarktbericht, zwei Inflationsberichte sowie das Notenbanktreffen in Jackson Hole an. ING rechnet dennoch weiterhin mit einer längeren Zinspause.
Märkte fahren Erwartungen an Fed-Zinserhöhung zurück
„Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli fiel überraschend schwach aus. Die Zahl der Beschäftigten sank um 23.000, während die Daten der beiden Vormonate um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert wurden. Damit liegt der Dreimonatsdurchschnitt nur noch bei 20.000. Die Arbeitslosenquote sank zwar von 4,2 auf 4,1 Prozent, allerdings aus wenig erfreulichen Gründen. Ausschlaggebend war vor allem ein weiterer Rückgang der Erwerbsquote - Arbeitslose zogen sich vollständig aus dem Arbeitsmarkt zurück. Das Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne verlangsamte sich im Jahresvergleich von 3,5 auf nur noch 3,2 Prozent.“
„Die Marktreaktion fiel deutlich aus. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen sank um acht Basispunkte, während der Dollar nachgab. Die Fed-Funds-Futures preisen für den 16. September inzwischen nur noch zehn Basispunkte einer möglichen Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Das heutige Ergebnis stützt unsere Erwartung einer längeren Zinspause der Federal Reserve. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass vor der Fed-Sitzung im September noch ein weiterer Arbeitsmarktbericht, zwei Inflationsberichte und das Notenbanktreffen in Jackson Hole anstehen.“
„Mit Blick auf den Arbeitsmarkt würden wir vorsichtig davon ausgehen, dass im August eine Erholung möglich ist. Für die Entscheidung der Fed dürfte jedoch entscheidender sein, wie sich die Inflation entwickelt. Wir erwarten, dass die Verbraucherpreise für Juli in der kommenden Woche gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent steigen und die Kernpreise um 0,2 Prozent zulegen.“
„Da wir mit ermutigenden Signalen beim Rückgang der Inflation rechnen, gehen wir davon aus, dass die Fed ihre Zinsen bis weit ins Jahr 2027 hinein unverändert lassen wird.“
„Sollte es zu einer Einigung über die Wiederöffnung der Straße von Hormus kommen, könnte dies zu niedrigeren Benzinpreisen führen und dafür sorgen, dass sich der Trend nachlassender Inflation bis zum Jahresende und darüber hinaus fortsetzt.“
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