
Die Reserve Bank of Australia (RBA) veröffentlichte am Dienstag die Protokolle ihrer Februarsitzung und gab weitere Details zu der einstimmigen Entscheidung des Vorstands bekannt, den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85% zu erhöhen, die erste Erhöhung seit über zwei Jahren. Die Protokolle zeigten, dass die Entscheidungsträger der Meinung waren, dass ohne weitere Straffungen die Inflation für einen längeren Zeitraum über dem Zielband von 2% bis 3% bleiben würde, wobei der bereinigte Verbraucherpreisindex (CPI) im vierten Quartal bei 3,4% lag und die Verbraucherinflationserwartungen des Melbourne Institute im Februar auf 5,0% sprangen. Gouverneurin Michele Bullock hat die Bereitschaft des Vorstands bekräftigt, die Zinsen erneut zu erhöhen, falls sich die Inflation als hartnäckig erweist.
Auf der US-Seite verstärken weiterhin schwierige Wirtschaftsdaten die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen bis mindestens Mitte 2026 bei 3,50% bis 3,75% halten wird. Die Protokolle des Federal Open Market Committee (FOMC) werden am Mittwoch veröffentlicht, zusammen mit den australischen Daten zum Lohnpreisindex für das vierte Quartal, gefolgt von den Beschäftigungszahlen Australiens am Donnerstag, was diese Woche zu einer hochwirksamen für das Paar macht.
Im Tageschart handelt AUD/USD am Dienstag nahe 0,7050, nachdem es von dem Jahreshoch von 0,7160, das am 12. Februar erreicht wurde, zurückgegangen ist. Das Paar hat kürzlich ein goldenes Kreuz gebildet, als der 50-Tage exponentiell gleitende Durchschnitt (EMA) über den 200-Tage EMA stieg, was den breiteren bullischen Trend bestätigt, der den Preis von dem Tief im April 2025 nahe 0,5905 getrieben hat. Der 55-Tage einfache gleitende Durchschnitt (SMA) bei 0,6783 und der 100-Tage SMA steigen weiterhin und bieten dynamische Unterstützung unterhalb der aktuellen Preisbewegung.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) liegt nahe 65 und signalisiert ein starkes bullisches Momentum ohne überkaufte Bedingungen. Auf dem 4-Stunden-Zeitrahmen bildet sich ein Triple-Top-Muster nahe der Widerstandszone von 0,7140 bis 0,7160, wobei der 50-Perioden EMA bei 0,7085 als kurzfristiger dynamischer Widerstand beim Rückgang fungiert. Unterstützung liegt auf dem psychologischen Niveau von 0,7000, das mit dem Hoch vom September 2024 bei 0,6940 übereinstimmt und nun als wichtige Umkehrzone dient. Ein nachhaltiger Halt über 0,7000 hält die bullische Struktur gültig, während ein Durchbruch über 0,7160 Ziele in Richtung des psychologischen Niveaus von 0,7200 eröffnet; das Versagen, 0,6940 zu halten, würde auf eine tiefere Korrektur in Richtung des 55-Tage SMA nahe 0,6783 hindeuten.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.