
USD/CAD setzt seine Gewinnserie am fünften aufeinanderfolgenden Tag fort und handelt während der europäischen Handelsstunden am Dienstag um 1,3650. Das Paar wertet auf, während der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Herausforderungen gegenübersteht, da die Rohölpreise aufgrund von Überangebotsbedenken unter Druck bleiben könnten. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl bleibt gedämpft, nachdem er in der vorherigen Sitzung über 1,5 % zugelegt hat und zum Zeitpunkt der Erstellung bei etwa 63,20 USD gehandelt wird.
Reuters berichtete, dass die OPEC+ (Organisation erdölexportierender Länder und Verbündete) dazu neigt, die Produktionssteigerungen im April nach einer dreimonatigen Pause wieder aufzunehmen, um sich auf die Spitzen-Nachfrage im Sommer vorzubereiten. Allerdings könnten die Ölpreise angesichts zunehmender Versorgungsrisiken wieder zulegen, da die Spannungen nach den maritimen Übungen Teherans im Hormuskanal, der etwa 20 % der globalen Öllieferungen ausmacht, vor den erneuten US-Iran-Nukleargesprächen in Genf zugenommen haben.
Das USD/CAD-Paar erhält Unterstützung, da der US-Dollar (USD) stabil bleibt, während die Händler vorsichtig sind vor den bevorstehenden Protokollen der Federal Open Market Committee (FOMC) Sitzung, die am Mittwoch fällig sind. Der Fokus wird auf das annualisierte BIP für Q4 und die Kern-Personal Consumption Expenditures - Preisindexdaten gerichtet, die am Freitag fällig sind, um klarere Signale zur politischen Ausrichtung zu erhalten.
Allerdings könnte der Greenback auf Herausforderungen stoßen, da die schwächeren US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) für Januar zusammen mit einem stabilisierenden Arbeitsmarkt im Januar die Erwartungen verstärkten, dass die Federal Reserve (Fed) möglicherweise später in diesem Jahr mit Zinssenkungen beginnen könnte. Die Stimmung bleibt jedoch vorsichtig, da der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), weiterhin näher bei 3 % als bei dem Ziel von 2 % schwebt, wobei der Fortschritt der Desinflation seit Mitte 2025 ungleichmäßig verläuft.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.