
Die indische Rupie (INR) eröffnet zu Beginn der Woche niedriger gegenüber dem US-Dollar (USD). Das USD/INR-Paar steigt auf fast 90,70, da die indische Rupie unter Druck geraten ist, nachdem es am Freitag zu einem scharfen Ausverkauf durch ausländische Investoren im indischen Aktienmarkt gekommen ist, was zu einem signifikanten Abfluss ausländischer Mittel führte.
Am Freitag verkauften ausländische institutionelle Investoren (FIIs) Aktien im Wert von 7.395,41 Crore Rs. auf dem indischen Aktienmarkt, wie aus Daten der National Stock Exchange (NSE) hervorgeht, da Ängste vor Störungen durch Künstliche Intelligenz (KI) zu einem Blutbad bei den Aktien der Informationstechnologie (IT) führten.
Die blutenden indischen IT-Aktien haben das Interesse ausländischer Investoren erneut gedämpft, die nach der Bestätigung eines Handelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Indien in die heimischen Märkte zurückkehren wollten.
Zusätzlich zu einem signifikanten Abfluss ausländischer Mittel belasten auch die Erwartungen höherer Ölpreise aufgrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran die indische Rupie. Die Attraktivität von Währungen, die stark auf Ölimporte angewiesen sind, um ihren Energiebedarf zu decken, hat in einem Umfeld hoher Ölpreise abgenommen.
Im Handel am Montag werden die Anleger auf die Daten zur Großhandelsinflation (WPI) für Januar achten, die um 12:00 Uhr (IST) veröffentlicht werden. Die Inflation auf Großhandelsniveau wird voraussichtlich mit einer annualisierten Rate von 1,25% gestiegen sein, schneller als die 0,83% im Dezember.
USD/INR springt in der Eröffnungssitzung am Montag auf fast 90,70. Der Preis hat Schwierigkeiten, über den 20-Tage-Exponential Moving Average (EMA) zurückzukehren, der bei etwa 90,73 notiert.
Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) schwankt im Bereich von 40,00-60,00, was auf eine scharfe Volatilitätskontraktion hinweist.
Solange der Preis unter dem 20-Tage-EMA bleibt, bleibt die Tür für weitere Rückgänge in Richtung der psychologischen Marke von 90,00 offen. Auf der Oberseite könnte der Preis auf das Tief vom 2. Februar bei 91,25 steigen, sobald er entscheidend über dem Durchschnitt ausbricht.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.