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SPOTANALYSE-Ökonomen zum unerwartet starken US-Arbeitsmarkt

ReutersFeb 11, 2026 2:05 PM

- Der US-Arbeitsmarkt hat sich zu Jahresbeginn viel stärker belebt als erwartet. Im Januar kamen 130.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Experten hatten nur einen Stellenzuwachs von 70.000 Stellen erwartet, nach revidiert 48.000 im Dezember. Die Arbeitslosenquote sank im Januar überraschend auf 4,3 Prozent, nach 4,4 Prozent im Dezember.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

TOBIAS BASSE, NORDLB:

"Die anstehende 'große' Datenrevision durch die offiziellen US-Statistiker zeigt, dass in der US-Wirtschaft in der Summe mehr als 860.000 Arbeitsplätze weniger existieren, als bisher bilanziert worden ist. Dies liegt ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen der interessierten Beobachter; es handelt sich an dieser Stelle also um keinen wirklich überraschenden News Flow. Ein genauer Blick auf die Details der Angaben zu den in der US-Ökonomie gemeldeten neu geschaffenen Beschäftigungsverhältnissen offenbart, dass in der Industrie im Januar immerhin 5000 zusätzliche Jobs aufgebaut worden sind. "

THOMAS GITZEL, CHEFÖKONOM VP BANK:

"Der US-Arbeitsmarkt präsentiert sich im Januar überraschend dynamisch. Der Gesundheitssektor und die Baubranche stellten im Januar mehr Personen ein, während im öffentlichen Sektor und in der Finanzbranche Stellen abgebaut wurden. Fed-Chef Jerome Powell hat zuletzt von Abwärtsrisiken am US-Arbeitsmarkt gesprochen. Mit dem heutigen Zahlenwerk dürfte dieser Wortlaut als überholt gelten. Powell dürfte sich aber dennoch in seiner vorsichtigen Haltung hinsichtlich weiterer Zinssenkungen bestätigt fühlen: Der Januar-Arbeitsmarkt gibt jedenfalls keinen Anlass für eine rasche geldpolitische Lockerung.

Spannend dürfte es werden, wenn der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten auf einem robusten Kurs bleibt. Powells Nachfolger Kevin Warsh dürfte es dann schwer haben für weitere Zinssenkungen zu plädieren. In diesem Falle muss er sich dann gleich zu Beginn seiner Amtszeit ein dickes Fell zulegen, denn für Kritik aus dem Weißen Haus wird gesorgt sein."

RALF UMLAUF, HELABA:

"Das ist ein starker Beschäftigungsaufbau. Die Zahl der netto neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft ist in den USA zu Beginn des Jahres unerwartet kräftig gestiegen. Damit lag der Zuwachs auch deutlich über dem des Vormonats. Zudem ist die Arbeitslosenquote entgegen den Erwartungen gesunken. Mithin dürften die Zinssenkungserwartungen bezüglich der US-Notenbank Fed einen Dämpfer bekommen. Diese hatten nach der gestrigen Enttäuschung bei den US-Einzelhandelsumsätzen zunächst zugenommen."

BASTIAN HEPPERLE, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK:

"Ein starker Jahresbeginn. Allerdings zeigen die revidierten Beschäftigungsdaten klar, dass das Beschäftigungswachstum 2025 deutlich schwächer war als bislang bekannt. Im Trend dürfte eine abgeschwächte Beschäftigungsdynamik bevorstehen. Das könnte sich als Stimmungskiller für Trump erweisen, dessen Zustimmungswerte bereits sinken. Sein Schlingerkurs ist mit schuldig daran, dass Unternehmen sich bei Neueinstellungen zurückhaltend zeigen. Immerhin ist es bislang nicht zu Entlassungen im größeren Stil gekommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächt sich zwar ab, zugleich drängen wegen der restriktiven Einwanderungspolitik aber weniger Arbeitskräfte neu auf den Markt. Das hält die Arbeitslosenquote einigermaßen stabil. Bleibt die Arbeitsmarktlage in dieser Balance, wird die Powell-Fed das Leitzinsniveau nicht weiter senken. Die nächste Leitzinssenkung dürfte Jerome Powells Nachfolger überlassen bleiben."

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