
Das Paar EUR/USD wird während der asiatischen Sitzung am Mittwoch in einer engen Handelsbandbreite um die Marke von 1,1900 gesehen, da Händler sich entscheiden, auf die Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktdaten zu warten, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Im Hinblick auf das bevorstehende Risiko der wichtigen Daten wirken die divergierenden Zinspfad zwischen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin als Rückenwind für das Paar EUR/USD. Die enttäuschende Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsatzdaten am Dienstag erhöhte die Erwartungen der Anleger, dass die US-Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr mehrfach senken wird. Im Gegensatz dazu hält die EZB seit dem Ende einer einjährigen Reihe von Zinssenkungen im Juni letzten Jahres die Zinsen stabil, und ein überraschend widerstandsfähiges Wachstum hat den Druck auf die Entscheidungsträger, weitere Unterstützung zu leisten, verringert.
Unterdessen sind Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed wieder aufgekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump am Samstag sagte, dass er seinen neu ausgewählten Fed-Vorsitzenden-Kandidaten, Kevin Warsh, verklagen könnte, wenn dieser die Zinssätze nicht senkt. Darüber hinaus bemerkte Fed-Gouverneur Stephan Miran, dass 100%ige Unabhängigkeit der Zentralbank unmöglich sei. Dies, zusammen mit der zugrundeliegenden bullishen Stimmung, hält den sicheren Hafen Greenback trotz hawkischer Kommentare von zwei Fed-Vertretern, die sagten, dass sie die Zinsen vorerst stabil halten möchten, aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Inflation, gedrückt.
Der oben genannte fundamentale Hintergrund begünstigt die USD-Bären und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar EUR/USD nach oben führt. Daher könnte jede Korrekturbewegung als Kaufgelegenheit angesehen werden und dürfte begrenzt bleiben. Händler könnten jedoch davon absehen, aggressive Richtungswetten einzugehen, bevor der entscheidende US Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht veröffentlicht wird, der zusammen mit den US-Verbraucherpreisinflationszahlen am Freitag als Hinweis auf den Zinssenkungspfad der Fed dienen wird. Dies wiederum wird den USD beeinflussen und dem Paar EUR/USD neuen Schwung verleihen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.