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SPOTANALYSE-Experten zu Trumps Kandidaten für den Posten des Notenbankchefs

ReutersJan 30, 2026 12:32 PM

- Der frühere Notenbankdirektor Kevin Warsh soll Nachfolger von US-Zentralbankchef Jerome Powell werden. Das teilte US-Präsident Donald Trump am Freitag mit. Powells Amtszeit läuft im Mai aus. Experten sagten in ersten Reaktionen:

ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT HAUF AUFHÄUSER LAMPE:

"Warsh ist kein Unbekannter, er ist auf Trump-Linie. Er spricht sich für ein tieferes Leitzinsniveau aus, ganz im Sinne Trumps. Das steht im Gegensatz zu seiner Forderung, die Fed-Bilanz weiter zu schrumpfen. In den vergangenen Jahren hat die Liquiditätsverknappung phasenweise für Verspannungen am US-Geldmarkt gesorgt. Die Ernennung von Warsh dürfte auf Widerstand im Senat stoßen."

ECKHARD SCHULTE, MAINSKY ASSET MANAGEMENT:

"US-Präsident Donald Trump hat mit Kevin Warsh als neuem Fed-Chair eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Das ehemalige Mitglied im Fed-Gouverneursrat ist extrem erfahren, pragmatisch und genießt an den Finanzmärkten höchsten Respekt. Seine Sicht auf die Inflation ist pragmatisch. In der Vergangenheit war er eher ein 'Inflations-Hawk', in den vergangenen Monaten aber sprach auch er sich für tiefere Zinsen aus. Während der Finanzkrise 2008 war er der entscheidende Vermittler zwischen Notenbank und Wall Street. Warsh steht insbesondere dafür, die Fed wieder auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren – raus aus dem Modus der ständigen Krisenintervention.

Die Sorgen um die Unabhängigkeit waren ohnehin überzogen. Einmal nominiert, ist ein Fed-Chair rechtlich extrem schwer angreifbar. Keiner der bis zuletzt gehandelten vier Kandidaten hatte wirklich Lust, als 'Trump-Muppet' in die Geschichte einzugehen, als derjenige Fed-Chair, der durch eine unverantwortliche Zinspolitik die Inflation außer Kontrolle geraten ließ. Diese Rolle steht geschichtlich dem unglücklichen ehemaligen Fed-Chair Arthur Burns in den 1970er-Jahren zu."

TOBIAS BASSE, NORDLB:

"Kevin Warsh gilt nicht als geldpolitische Taube. Dieses Faktum mag helfen, die US-Kapitalmarktzinsen von der Einpreisung deutlich erhöhter Inflationserwartungen abzuhalten. Auch die Währung der Vereinigten Staaten könnte von dieser Personalentscheidung Donald Trumps profitieren. Mit Blick auf das für das Weiße Haus zentrale Thema "Leitzinssenkungen" hat der US-Präsident eindeutig den defensiveren Kevin ausgewählt. Allerdings wird auch Warsh auf zügige Anpassungen der Fed Funds Target Rate nach unten drängen. Etwas Spielraum für Zinssenkungen dürfte sogar bestehen. Das Wachstum in den USA präsentiert sich zwar wirklich sehr stark, es gibt aber mit Blick auf die verschiedenen Sektoren der nordamerikanischen Ökonomie größere Divergenzen bei der Wirtschaftslage. Vor allem der wichtige US-Immobilienmarkt könnte niedrigere Kapitalmarktzinsen gut vertragen. Zudem kommen die starken Wachstumszahlen derzeit nicht wirklich am Arbeitsmarkt an. Das Inflationsumfeld könnte eine vorsichtige geldpolitische Lockerung sogar erlauben."

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