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Klingbeil-Berater Südekum: Vorgehen gegen Fed-Chef birgt Gefahr für Finanzsystem

ReutersJan 12, 2026 10:42 AM

- Das Vorgehen der US-Regierung gegen den dortigen Notenbankchef Jerome Powell birgt nach den Worten des Beraters von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Jens Südekum, Risiken für das Finanzsystem. "Mit seinem Frontalangriff auf die Fed unterminiert Donald Trump erneut das Vertrauen in die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank", sagte Südekum am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Es drohen Risiken für die Stabilität des Finanzsystems."

Die größten Nachteile dürften demnach die USA selbst haben. Sollten Komplikationen an den Finanzmärkten auftreten, werde das aber auch Europa spüren. "Eine akute Krisenzuspitzung befürchte ich aber nicht, weil Trumps Abneigung gegen Fed-Chef Powell weithin bekannt und somit eingepreist sein dürfte", sagte der Ökonom, der persönlicher Beauftragter des Bundesministers der Finanzen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist und diesen auch in finanzpolitischen Fragen berät.

An den Märkten gebe es bereits seit einiger Zeit Bewegung, um sich gegen die durch die Regierung von US-Präsident Trump hervorgerufenen längerfristigen Risiken abzusichern. "Viele haben sich von vormals als bombensicher geltenden US-Anleihen gelöst und andere Währungen, Anleihen anderer Staaten und auch Gold gekauft", sagte Südekum, der Wirtschaftsprofessor an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität ist. "Diese Bewegung dürfte nach den neuerlichen Vorgängen nochmals an Fahrt gewinnen, der Dollar könnte weiter abwerten."

Der Euro habe seine Position als Reservewährung schon ausgebaut und könne nun weiteren Zulauf erhalten. "Das ist, bei allen Risiken, die ansonsten lauern, erstmal eine positive Nachricht", sagte Südekum. "Um die Entwicklung zu befördern, sollten sich die Staaten der Euro-Zone nochmals mit Nachdruck zur Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank bekennen."

Die US-Regierung hatte zuvor den Druck auf die Fed erhöht. Sie droht Notenbankchef Powell mit einer Anklage wegen dessen Aussagen vor dem Kongress zu einem Renovierungsprojekt am Fed-Hauptsitz. Powell hatte dies als "Vorwand" bezeichnet, um mehr Einfluss auf die Zinspolitik zu gewinnen. Trump fordert seit langem Zinssenkungen.

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