
USD/CHF bleibt ruhig, nachdem es in den vorherigen drei aufeinanderfolgenden Sitzungen Gewinne verzeichnet hat und während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 0,7990 schwebt. Das Paar stoppt seine Gewinne, da der Schweizer Franken (CHF) durch die Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts anhaltender geopolitischer Bedenken unterstützt bleibt. Unterdessen steigt die Rendite der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihe auf fast 0,30%.
US-Präsident Donald Trump warnte, dass die Vereinigten Staaten mit Nachdruck reagieren würden, wenn die iranischen Behörden tödliche Gewalt gegen Demonstranten anwenden, angesichts zunehmender Proteste und internationaler Spannungen. Die Händler warten auch auf Neuigkeiten zu den US-Maßnahmen in Venezuela und auf die eskalierende Rhetorik über die mögliche Anwendung militärischer Gewalt in Bezug auf Grönland.
Die neuesten Inflationsdaten aus der Schweiz verringerten den Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Zinssätze unter 0% zu senken. Der Verbraucherpreisindex (VPI) blieb im Dezember im Monatsvergleich (MoM) unverändert und übertraf die Erwartungen eines Rückgangs um 0,1% nach einem Rückgang um 0,2% im November. Im Jahresvergleich (YoY) stieg die Inflation auf 0,1%, was den Prognosen entspricht und von der flachen Lesung im November ansteigt, was darauf hindeutet, dass die Inflation im vierten Quartal voraussichtlich mit der Prognose der SNB von 0,1% übereinstimmen wird.
Die Protokolle der SNB-Sitzung im Dezember zeigten, dass die Entscheidungsträger wenig Dringlichkeit sahen, die Politik zu ändern, und den Leitzins bei 0% belassen haben, da weder eine Straffung noch eine weitere Lockerung gerechtfertigt waren. Sie verwiesen auf einen erwarteten allmählichen Anstieg der Inflation, eine verbesserte wirtschaftliche Perspektive nach den US-Zollsenkungen und potenzielle Risiken für das Finanzsystem, die mit einer Senkung der Zinssätze unter null verbunden sind.
Das USD/CHF-Paar könnte weiter an Wert gewinnen, da der US-Dollar (USD) Unterstützung von der Marktvorsicht vor dem Bericht zu den US Nonfarm Payrolls (NFP) erhält, der voraussichtlich weitere Einblicke in die Bedingungen des Arbeitsmarktes und die geldpolitische Perspektive der Federal Reserve (Fed) bieten wird. Für Dezember wird ein Anstieg der Beschäftigung um 60.000 prognostiziert, nach 64.000 im November. Stärker als erwartete Werte würden zur Unterstützung des Greenback beitragen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.