RBA-Protokoll: Mitglieder sehen Grund für Zinserhöhung, da Risiko steigender Inflationserwartungen wächst
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom Mai veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass acht Mitglieder die Argumente für eine Zinserhöhung als am stärksten erachteten und ein Mitglied es vorzog, weitere Daten abzuwarten.
Weitere Erkenntnisse:
Eine Zinserhöhung würde dem Vorstand Raum geben, um zu beobachten, wie sich der Golfkonflikt entwickelt, sowie die Reaktion der Haushalte und Unternehmen.
Der Vorstand beurteilte, dass die finanziellen Bedingungen nach der Zinserhöhung im Mai etwas restriktiv sein würden.
Für zukünftige Entscheidungen war sich der Vorstand einig, dass die Geldpolitik den kurzfristigen Inflationsverlauf nicht verändern könne.
Der Vorstand war sich einig, dass das australische Wirtschaftswachstum voraussichtlich für einige Zeit unter dem Potenzial liegen wird.
Der Vorstand wird tun, was er für notwendig hält, um die Mandate für Inflation und Beschäftigung zu erfüllen.
Die Mehrheit betonte, dass die Kerninflation für einen längeren Zeitraum über dem Zielwert prognostiziert wird.
Der Vorstand erwog, ob er die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen oder bei 4,10 % belassen sollte.
Acht Mitglieder hielten den Fall für eine Zinserhöhung für am stärksten, eines wollte auf weitere Informationen warten.
Es wurde beurteilt, dass eine zusätzliche Lockerung auf dem Arbeits- und Produktmarkt angesichts der Inflationsrisiken erforderlich sei.
Die Mehrheit empfand die Risiken für das Inflationsziel als gestiegen und war nicht zuversichtlich, dass 4,1 % ausreichen, um die Risiken auszugleichen.
Es wurde das Risiko gesehen, dass sich die längerfristigen Inflationserwartungen entankern könnten.
Ein Mitglied war der Ansicht, dass die Kapazitätsbelastungen nicht so groß seien und ein langwieriger Krieg eher ein Risiko für die Nachfrage darstelle.
Ein Mitglied erwartete, dass die Inflation ohne weitere Straffung zum Ziel zurückkehren wird.
Marktreaktion:
Der Australische Dollar (AUD) bleibt nach dem RBA-Protokoll schwach. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar AUD/USD im Tagesverlauf 0,24 % niedriger bei 0,7150.
RBA - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.
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