
Los Angeles, 17. Feb (Reuters) - Der US-Unterhaltungskonzern Warner Bros DiscoveryWBD.O hat die nachgebesserte Übernahmeofferte von Paramount SkydancePSKY.O zurückgewiesen. Der Rivale erhalte aber sieben Tage Zeit, das Angebot ein weiteres Mal zu überarbeiten, teilte Warner Bros am Dienstag mit. Paramount habe zuletzt 31 Dollar je Aktie als Kaufpreis zur Diskussion gestellt.
Die bis zum 23. Februar laufende Frist für eine weitere Offerte bedeute aber nicht, dass eine Fusion zustande kommen werde, betonten der Warner-Verwaltungsratsvorsitzende Samuel DiPiazza Jr. und Konzernchef David Zaslav in einem Schreiben an Paramount. "Wir empfehlen weiterhin die Transaktion mit NetflixNFLX.O und stehen voll und ganz dahinter." Der Streamingdienst bietet bislang 27,75 Dollar je Warner-Aktie und darf bei einem höheren Gegengebot gleichziehen.
Warner hat die Avancen von Paramount mehrfach zurückgewiesen, obwohl das Gebot rund 25 Milliarden Dollar über dem von Netflix liegt. Der Betreiber von Filmstudios und TV-Sendern begründete dies unter anderem damit, dass die Finanzierung der Transaktion auf wackligen Beinen stehe. Paramount warf seinerseits Warner vor, nicht ernsthaft über einen Zusammenschluss zu verhandeln. Vergangene Woche hatte der Filmproduzent und Streaminganbieter den Warner-Eignern zusätzliche Zahlungen in Aussicht gestellt. Für jedes Quartal, das sich ein Deal hinauszögere, erhielten sie einen Aufschlag von 0,25 Dollar je Aktie. Zudem will der Konzern die Kosten für die 2,8 Milliarden Dollar schwere Vertragsstrafe übernehmen, die Warner bei einem Scheitern der Fusion mit Netflix zahlen müsste.
"Für Paramount wird die Zeit knapp", sagte Analyst Paolo Pescatore vom Research-Haus PP Foresight. "Es ist in niemandes Interesse, wenn sich diese Sage weiter hinzieht." Die Aktien von Warner stiegen am Dienstag im vorbörslichen Handel an der Wall Street um knapp drei Prozent. Die Papiere von Paramount gewannen vier Prozent, während Netflix-Titel stagnierten.
Die Warner-Eigner sollen am 20. März über den Netflix-Deal abstimmen. Bis dahin sollen die TV-Aktivitäten des Konzerns in eine börsennotierte Gesellschaft ausgegliedert werden. An Sendern wie CNN hat Netflix kein Interesse. Warner Bros hält unter anderem die Rechte an Filmklassikern wie "Casablanca", der "Harry Potter"-Reihe oder der TV-Serie "Game of Thrones".
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