
- von Rajesh Kumar Singh und Utkarsh Shetti
CHICAGO, 27. Jan (Reuters) - American Airlines AAL.O hat am Dienstag eine Gewinnprognose für das Jahr 2026 abgegeben, die über den Erwartungen der Analysten liegt. Das Unternehmen beruft sich dabei auf eine stärkere Nachfrage nach Premium-Sitzen, einen Aufschwung im Geschäftsreiseverkehr und höhere Einnahmen aus dem Kundenbindungsprogramm, obwohl ein schwerer Wintersturm die Ergebnisse des ersten Quartals belasten dürfte.
Die texanische Fluggesellschaft teilte mit, dass der Wintersturm in diesem Monat bereits zu mehr als 9.000 Flugstreichungen geführt hat - die größte wetterbedingte Störung in ihrer Geschichte. Das Unternehmen schätzt, dass die Auswirkungen die Kapazität im ersten Quartal um etwa 1,5 Prozentpunkte verringern und die Einnahmen um 150 bis 200 Millionen Dollar schmälern werden.
Der ausgedehnte Sturm, der über das Wochenende mehr als zwei Dutzend US-Bundesstaaten erfasste, wird nach Einschätzung von Experten zu versicherten Schäden (link) in Höhe von knapp 1 Milliarde Dollar bis hin zu einem einstelligen Milliardenbetrag führen.
Der Vorstandsvorsitzende von American Airlines, Robert Isom, teilte den Analysten auf einer Telefonkonferenz mit, dass die Zahl der Flugausfälle mindestens in den nächsten zwei Tagen ungewöhnlich hoch sein wird und sich der Betrieb erst im Laufe der Woche wieder normalisieren wird.
"Die Auswirkungen des Sturms sind so stark, wie wir sie bei American noch nie erlebt haben", sagte Isom.
Das Unternehmen prognostizierte für das erste Quartal einen Verlust von 10 Cents bis 50 Cents pro Aktie, was weitgehend mit den Schätzungen der Analysten übereinstimmt, und sagte, dass der Umsatz um 7 Prozent bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen dürfte.
Die Aktien des Unternehmens fielen im frühen Handel um 1,3 Prozent.
Die Fluggesellschaft sagte, dass die wetterbedingte Unterbrechung die kurzfristigen Ergebnisse belasten wird, auch wenn sich die Nachfrage verbessert, da die Buchungen im Januar stark ansteigen, nachdem das Jahr 2025 schwächer als erwartet abgeschlossen wurde. Die sturmbedingten Stornierungen folgen auf eine Periode, in der ein längerer Stillstand der US-Regierung (link) den Umsatz im vierten Quartal beeinträchtigte und zu schwächeren Buchungen gegen Ende des Jahres beitrug.
American sagte, dass die "Revenue Intakes" - die Einnahmen aus Buchungen - in den ersten drei Wochen des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahr zweistellig gestiegen sind, angeführt von Premium-Sitzen und einem sich verbessernden Unternehmensumfeld.
PREMIUM UND CORPORATE TREIBEN DEN AUSBLICK AN
Die Konkurrenten Delta Air Lines (link) DAL.N und United Airlines (link) UAL.O haben ebenfalls auf Premium- und Geschäftsreisende als ihren wichtigsten Gewinnmotor hingewiesen, auch wenn die Nachfrage im hinteren Teil des Flugzeugs schwächer geworden ist.
Da die Fluggesellschaften zunehmend auf höher zahlende Kunden angewiesen sind, um Gewinne zu erzielen, hat American Airlines seinen Premium-Vorstoß (link) verstärkt, um die Gewinnlücke zu Delta und United zu schließen.
Die Fluggesellschaft geht davon aus, dass die Premium-Bestuhlung für den Rest des Jahrzehnts schneller wachsen wird als das Nicht-Premium-Angebot, was den Umsatz pro Einheit steigern dürfte, da die Nachfrage anhält und mehr hochwertige Sitze in die Flotte aufgenommen werden.
Nach Angaben von American übertraf der Premium-Umsatz im vierten Quartal den Umsatz in der Hauptkabine um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen geht außerdem davon aus, dass die Zahl der Liegesitze bis 2030 um mehr als 50 Prozent steigen wird.
WIEDERAUFBAU DER GESCHÄFTSREISEKANÄLE
American hat versucht, Geschäftsreisende zurückzugewinnen, nachdem Änderungen im Ticketverkauf die Beziehungen zu einigen Reisebüros und Firmenkunden (link) belastet und die Einnahmen beeinträchtigt hatten.
Die Fluggesellschaft erklärte, sie habe diese Beziehungen wiederhergestellt und bis Ende 2025 ihren üblichen Anteil an den Ticketverkäufen über Reisebüros und andere Drittanbieter wiedererlangt. Für das Jahr 2026 strebt die Fluggesellschaft weitere Zuwächse an, da sie ihre Tarifprodukte verbessert und ihre Verkaufsinstrumente und -prozesse optimiert.
American prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 einen bereinigten Gewinn von 1,70 bis 2,70 Dollar pro Aktie. Der Mittelwert von 2,20 Dollar liegt über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von 1,97 Dollar, wie aus LSEG-Daten hervorgeht.
Der bereinigte Gewinn für das vierte Quartal lag bei 16 Cents pro Aktie und damit unter den Analystenschätzungen von 34 Cents. Die Fluggesellschaft gab an, dass die Einnahmen durch den Stillstand der Regierung um etwa 325 Millionen Dollar geschmälert wurden.