
- von Abhirup Roy und Akash Sriram
LAS VEGAS, 06. Jan (Reuters) - Amazons AMZN.O Cloud-Einheit ist eine Partnerschaft mit dem deutschen Automobil-Hardware-Anbieter Aumovio AMV0n.DE eingegangen, um die kommerzielle Einführung von selbstfahrenden Fahrzeugen zu unterstützen, beginnend mit den autonomen Lastwagen von Aurora AUR.O, teilten die Unternehmen am Dienstag mit.
Im Rahmen der Erweiterung einer langjährigen Partnerschaft wird Amazon Web Services der bevorzugte Cloud-Anbieter von Aumovio für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die auf Tools der künstlichen Intelligenz basieren.
Die neuen Tools sollen zum ersten Mal für den von Aurora geplanten Einsatz (link) von fahrerlosen Lastwagen in großem Maßstab ab 2027 verwendet werden. Die Aktien des Unternehmens stiegen am Dienstag um mehr als 8 Prozent.
Weltweit haben Automobilhersteller Milliarden in KI-Systeme investiert, die die lang erwarteten selbstfahrenden Technologien antreiben, die mit verschiedenen technischen Herausforderungen konfrontiert waren.
Die Zusammenarbeit spiegelt eine breitere Verlagerung des autonomen Fahrens von der Forschung zum kommerziellen Einsatz, insbesondere im Güterverkehr, wider. Aurora hat bereits einen begrenzten fahrerlosen Betrieb in den USA aufgenommen.
"Der große Beschleuniger in der Branche war der Einsatz von technischer KI, weil sie die Entwicklung und Validierung mit deutlich weniger Ressourcen ermöglicht", sagte Ozgur Tohumcu, General Manager für Automobil- und Fertigungsindustrie bei Amazon Web Services, gegenüber Reuters.
Mithilfe der Cloud-Systeme von AWS können die Ingenieure von Aumovio riesige Mengen an Fahrdaten mit generativer und agentenbasierter KI durchforsten, um seltene Situationen wie Trümmer und Fußgänger auf der Fahrbahn zu erkennen und das Training und die Validierung von autonomen Systemen zu beschleunigen.
"Wenn man ein Level-4-System validiert, versucht man zu beweisen, dass es sich in extrem seltenen Situationen, die in der realen Welt nur sehr schwer zu finden sind, korrekt verhält", sagte Jeremy McClain, Leiter der System- und Softwareabteilung für autonome Mobilität bei Aumovio, gegenüber Reuters. "Ohne künstliche Intelligenz wäre es sehr schwierig, diese Grenzfälle in riesigen Datensätzen zu finden."
Aumovio, das im vergangenen Jahr aus dem deutschen Reifenhersteller Continental ausgegliedert wurde (link), liefert die Hardware-Plattform für das selbstfahrende System von Aurora und ein separates "Fallback"-System, das einen Lkw sicher zum Stehen bringen soll, wenn der primäre autonome Fahrer ausfällt, sagten Führungskräfte des Unternehmens in einem Interview.