London, 02. Apr (Reuters) - Rund 40 Länder haben am Donnerstag auf britische Initiative darüber diskutiert, wie künftig wieder eine sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus möglich wird. "Wir konzentrieren uns auf die diplomatischen und internationalen Planungsmaßnahmen, einschließlich der gemeinsamen Mobilisierung unseres gesamten Spektrums an diplomatischen und wirtschaftlichen Instrumenten und Druckmitteln", sagte die britische Außenministerin Yvette Cooper zu Beginn der Videoschalte. Dabei geht es aber nicht um eine von den USA ins Gespräch gebrachte gewaltsame Öffnung der Meerenge, die vom Iran kontrolliert wird.
US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach erklärt, die Sicherung der Wasserstraße sei ein Problem, das andere Nationen lösen müssten. Die USA und Israel hatten vor vier Wochen einen Krieg gegen den Iran begonnen. Der Iran hatte daraufhin gedroht, Tanker in der Straße von Hormus zu beschießen, was zu einem Ausfall der Energielieferungen aus der Golfregion vor allem nach Asien und zu hohen Energiepreisen geführt hatte. Die USA selbst sind nicht abhängig von Gas und Öl aus der Region. Sie sind mittlerweile selbst der größte Ölproduzent geworden. Israel hat eigene Gasvorkommen im Mittelmeer erschlossen.
An der Konferenz nahmen unter anderem Frankreich, Deutschland, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien teil. Die USA waren aber nicht vertreten. Etliche Länder schickten nicht ihre Außenminister in die Beratungen. Weil unklar ist, wann die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran beenden, gelten Vorplanungen für die Zeit danach als schwierig. Nach der Kritik von Trump gibt es aber den Wunsch einiger europäischer Regierungen, zu zeigen, dass man nicht untätig ist. Vor allem Großbritannien und Frankreich wollen bei der Bildung einer Koalition eine Führungsrolle übernehmen.
Ein zentraler Punkt der Gespräche sollte sein, wie sichergestellt werden kann, dass die Reeder genügend Vertrauen haben, damit ihre Schiffe die Durchfahrt durch das Gebiet wieder aufnehmen können, und wie die Versicherungsprämien gesenkt werden können.
Die europäischen Länder lehnen eine Teilnahme an dem Krieg ab und wollen erst danach aktiv werden. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich am Donnerstag skeptisch über die Möglichkeit, die Straße von Hormus mit militärischen Mitteln wieder zu öffnen.