Gold (XAU/USD) steigt am Mittwoch leicht an und baut damit auf den soliden Gewinnen des Vortags auf, da die Zuversicht wächst, dass der US-israelische Krieg mit dem Iran bald enden könnte. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert XAU/USD bei rund 4.748 USD, dem höchsten Stand seit fast zwei Wochen.
US-Präsident Donald Trump sagte aus dem Oval Office gegenüber Reportern, dass die Vereinigten Staaten "sehr bald den Iran verlassen werden" und fügte hinzu, dass militärische Maßnahmen innerhalb von "zwei oder drei Wochen" enden könnten. Er sagte: "Wir werden gehen, egal ob wir eine Einigung haben oder nicht."
Unterdessen erklärte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian am Dienstag, dass sein Land den "notwendigen Willen" habe, den andauernden Konflikt zu beenden, aber Garantien suche, um sicherzustellen, dass der Krieg nicht erneut ausbricht.
Die Risikostimmung verbesserte sich nach diesen Entwicklungen an den Finanzmärkten, was die Ölpreise drückte, den US-Dollar (USD) von den jüngsten Höchstständen senkte und den Goldpreis ansteigen ließ.
Die Spannungen rund um die Straße von Hormus bleiben jedoch bestehen, und die Ölpreise liegen im Vergleich zu den Vorkriegsniveaus weiterhin auf hohem Niveau, was sowohl Inflationssorgen als auch Risiken für das Wirtschaftswachstum in den Fokus rückt.
Dies stützt wiederum die Erwartungen, dass Zentralbanken, insbesondere die Federal Reserve (Fed), die Zinssätze länger auf einem höheren Niveau halten könnten, was die Opportunitätskosten für das Halten von nicht verzinslichen Vermögenswerten wie Gold erhöht und starke Anschlusskäufe begrenzen könnte.
Nach dem CME FedWatch Tool erwarten die Märkte, dass die Fed die Zinssätze bis 2026 bei 3,50 %–3,75 % stabil hält. Sollten die geopolitischen Spannungen weiter nachlassen und zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise führen, könnten die Erwartungen an eine Lockerung der Fed zurückkehren.
Mit Blick auf die Zukunft werden sich die Händler auf wichtige US-Wirtschaftsdaten konzentrieren, darunter die ADP-Beschäftigungsveränderung für März, die Einzelhandelsumsätze für Februar und den ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im März.
Auch Reden von Fed-Vertretern, darunter St. Louis Fed-Präsident Alberto Musalem und Fed-Gouverneur Michael Barr, werden genau beobachtet, um Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick zu erhalten. Die Aufmerksamkeit wird zudem auf Donald Trump gerichtet sein, der am Donnerstag um 01:00 GMT eine wichtige Ansprache zur Lage in Iran halten wird.
Aus technischer Sicht gewinnt XAU/USD an Dynamik, nachdem es über den 50-periodischen Simple Moving Average (SMA) auf der 4-Stunden-Chart gestiegen ist und aus einem aufsteigenden Dreiecksmuster ausgebrochen ist. Die Preise testen nun den 100-periodischen SMA nahe 4.746 USD, der als unmittelbarer Widerstand fungiert.
Die Momentum-Indikatoren unterstützen die Aufwärtsbewegung: Der Relative Strength Index (RSI) steigt in Richtung des überkauften Bereichs bei 69, während die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie über ihrem Signal und über der Nulllinie mit einem positiven Histogramm bleibt, was auf einen festen Kaufdruck hindeutet.
Auf der Oberseite würde eine Bewegung über den 100-periodischen SMA den nächsten Widerstand bei 4.850 USD freilegen, gefolgt von der psychologischen Marke bei 5.000 USD. Auf der Unterseite bietet die obere Begrenzung des aufsteigenden Dreiecks nahe 4.600 USD unmittelbare Unterstützung, gefolgt vom 50-periodischen SMA bei 4.496 USD.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.