24. Mrz (Reuters) - Es folgen Nachrichten rund um die Entwicklungen im Nahen Osten. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
13.35 Uhr - Ein am 1. April in Doha geplantes Konzert der kolumbianischen Popmusikerin Shakira wird verschoben, wie die Tourismusstelle "Visit Qatar" in den sozialen Medien mitteilt. Grund sei die "gegenwärtige Lage in der Region". Auch das kurz darauf geplante "Offlimits Music Festival" in Abu Dhabi wird verlegt, und zwar bis November, wie der Ticket-Plattform Platinumlist zu entnehmen ist. Shakira und die Jonas Brothers waren als Headliner vorgesehen.
12.49 Uhr - Der Iran ernennt den ehemaligen Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Baker Solkadr, zum neuen Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Er folgt auf Ali Laridschani, der in der vergangenen Woche bei US-israelischen Angriffen getötet wurde, wie der stellvertretende Kommunikationschef des iranischen Präsidenten auf der Plattform X mitteilt. Solkadr gilt als Hardliner und bekleidete in der Vergangenheit bereits ranghohe Sicherheitsposten.
12.20 Uhr - Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigt eine Besetzung des südlichen Libanons bis zum Litani-Fluss an. Die Streitkräfte würden eine Verteidigungspufferzone schaffen und noch vorhandene Brücken sowie eine Sicherheitszone bis zum Litani unter ihre Kontrolle bringen, sagt Katz. Damit äußert Israel erstmals klar die Absicht, Gebiete einzunehmen, die fast ein Zehntel des Libanons ausmachen. Der Litani mündet etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze ins Mittelmeer. Katz hatte der libanesischen Regierung bereits zuvor mit Gebietsverlusten gedroht, sollte sie die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz nicht entwaffnen. Diese hatte am 2. März Raketen auf Israel abgefeuert und den Libanon damit in den US-israelischen Krieg gegen den Iran hineingezogen. Das israelische Militär hat seit dem 13. März fünf Litani-Brücken zerstört und den Abriss von Häusern in grenznahen libanesischen Dörfern vorangetrieben. Israelischen Angaben zufolge richtet sich die Offensive gegen die Hisbollah und nicht gegen Zivilisten. Das Völkerrecht verbietet jedoch grundsätzlich Angriffe auf zivile Infrastruktur, wie Brücken. Das israelische Militär lehnt eine Stellungnahme zu den Äußerungen des Verteidigungsministers ab. Es hatte zuvor erklärt, dass Bodentruppen nahe der Grenze zu Israel begrenzte und gezielte Einsätze ausführten.
12.15 Uhr - Das libanesische Außenministerium hat dem iranischen Botschafter nach eigenen Angaben die Akkreditierung entzogen und ihn zur unerwünschten Person erklärt. Der Diplomat müsse das Land bis Sonntag verlassen, teilt das Ministerium mit. Zur Begründung verweist es auf Verstöße Teherans gegen diplomatische Normen und etablierte Gepflogenheiten zwischen den beiden Ländern. Zudem ruft das Ministerium seinen eigenen Botschafter im Iran zu Konsultationen in den Libanon zurück. Der Iran ist einer der wichtigsten Unterstützer der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz, gegen die Israel im Libanon Krieg führt. Israel hat die libanesische Regierung wiederholt aufgefordert, die Hisbollah zu entwaffnen.
11.40 Uhr - Frankreichs Armeechef Fabien Mandon übt scharfe Kritik an den USA. "Wir wurden von einem amerikanischen Verbündeten überrascht, der zwar ein Verbündeter bleibt, aber zunehmend unberechenbar wird und sich nicht einmal die Mühe macht, uns zu informieren, wenn er Militäreinsätze beginnt", sagt Mandon auf einem Sicherheits- und Verteidigungsforum in Paris. "Dies hat Auswirkungen auf unsere Sicherheit und auf unsere Interessen."
10.50 Uhr - Im Iran wurden staatlichen Medien zufolge 466 Menschen wegen Online-Aktivitäten zur Untergrabung der nationalen Sicherheit festgenommen. Die Polizei erklärte, die Festgenommenen stünden mit "feindlichen" Netzwerken in Verbindung, die auf eine interne Destabilisierung abzielten. Den Berichten zufolge handelt es sich um eine der größten Sicherheitsaktionen seit Beginn des Krieges mit Israel und den USA.
09.53 Uhr - Israel rechnet Insidern zufolge nicht damit, dass der Iran auf US-Forderungen eingeht. US-Präsident Donald Trump sei zwar entschlossen, einen Deal mit dem Iran zu erzielen, sagen drei hochrangige israelische Vertreter. Der Iran werde sich darauf aber wohl nicht einlassen. Die US-Forderungen beträfen wahrscheinlich das Atom- und Raketenprogramm des Irans.
08.55 Uhr - Südkoreas Präsident Lee Jae Myung ruft wegen der Risiken für die Öl- und Gasversorgung durch den Iran-Krieg zum Energiesparen auf. Die Bevölkerung wird gebeten, im Alltag mehrere Maßnahmen zu beherzigen - etwa kürzeres Duschen oder das Aufladen von Handys und E-Autos nur während des Tages. Das Wäschewaschen oder Staubsaugen soll auf das Wochenende gelegt werden. Öffentliche Einrichtungen sollen Dienstwagen weniger nutzen. Einschränkungen für Privatfahrzeuge seien vorerst freiwillig, sagt Energieminister Kim Sung-whan. Dies könnte bei einer höheren Energiealarmstufe aber überdacht werden. Zudem werde die Regierung die 50 Unternehmen mit dem größten Ölverbrauch auffordern, ihren Verbrauch zu drosseln. Um die Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) zu verringern, will die Regierung in Seoul zudem bis Mai fünf Atomreaktoren wieder anfahren, Beschränkungen für Kohlekraftwerke lockern und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.
08.50 Uhr - Nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Jürgen Hardt kann eine sichere Passage durch die Straße von Hormus nur durch Verhandlungen ermöglicht werden. "Mit Kriegsschiffen alleine kann die Straße von Hormus nicht gesichert werden", sagt der außenpolitische Sprecher in der ARD. Deshalb bringe auch eine militärische Unterstützung der USA durch europäische Kriegsschiffe nichts. "Die Küste des Iran muss unter Kontrolle entweder eines Regimes oder einer fremden Macht sein, die verhindert, dass von dort aus Schiffe in der Straße von Hormus beschossen werden", sagt Hardt. Insofern könne es nur eine Verhandlungslösung geben. Er könne sich vorstellen, dass US-Präsident Donald Trump den konkreten Plan habe, "mit wem auch immer im Iran eine Verhandlungslösung zu erzielen, die die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und die Aggressivität des Regimes beendet".
08.04 Uhr - Bei einem Raketenangriff im Nordirak sind Insidern zufolge mindestens sechs Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Streitkräfte getötet und 22 weitere verletzt worden. Der Vorfall habe sich auf einem Peschmerga-Stützpunkt nördlich von Erbil in der Autonomen Region Kurdistan ereignet, hieß es in Sicherheitskreisen. Wer hinter dem Angriff steckt, ist zunächst nicht klar.
07.30 Uhr - Die Verschiebung des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump um fünf Tage gilt einem Medienbericht zufolge explizit nur für Angriffe auf iranische Energieanlagen. Militärische Ziele, die Marine, Raketen und die Rüstungsindustrie seien von dem Stopp ausgenommen und würden somit weiter angegriffen, zitiert das Nachrichtenportal "Semafor" einen US-Regierungsvertreter. Trump hatte dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus gestellt, das ursprünglich in der Nacht zu Dienstag (MEZ) abgelaufen wäre. Am Montag verlängerte er die Frist aber um fünf Tage mit der Begründung, dass es zwischen den USA und namentlich nicht genannten Vertretern des Iran produktive Gespräche hinsichtlich einer Einigung gegeben habe. Allerdings hat der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf Trumps Darstellung dementiert. Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben, erklärte er auf X. Von den USA liegen zunächst keine Stellungnahmen zu dem "Semafor"-Bericht vor.
00.55 Uhr - Bei Luftangriffen auf einen Stützpunkt der schiitischen Volksmobilisierungseinheiten (PMF) in der westirakischen Provinz Anbar werden sechs Kämpfer getötet und 15 weitere verletzt. Unter den Verletzten befindet sich auch der PMF-Einsatzkommandeur für Anbar, berichten Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur Reuters. Wer für die Angriffe verantwortlich ist, bleibt zunächst unklar.