Frankfurt, 20. Mrz (Reuters) - Nach dem zuletzt rasanten Preisanstieg am Ölmarkt hat sich die Lage am Freitag etwas entspannt. Das Nordseeöl BrentLCOc1 und US-Öl WTICLc1 verbilligten sich um gut zwei Prozent auf 106,57 beziehungsweise 94,06 Dollar je Fass. Am Donnerstag hatte die Angst vor langanhaltenden Versorgungsengpässen Brent zeitweise bis auf 119 Dollar je Barrel getrieben. Für Erleichterung sorgte zum Wochenschluss, dass führende europäische Länder und Japan anboten, sich den Bemühungen um eine sichere Durchfahrt für Schiffe durch die Straße von Hormus anzuschließen. Die USA stellten zudem eine baldige Aufhebung der Sanktionen für auf Tankern lagerndes iranisches Öl in Aussicht. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Ölpreise vorerst hoch bleiben. "Der Schaden ist angerichtet, und selbst wenn eine sichere Passage für Tanker durch Hormus irgendwie ausgehandelt wird, kann die Wiederbelebung der Logistik in vollem Umfang sehr lange dauern", sagte Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und dessen Angriffe auf Nachbarstaaten am Golf haben den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gebracht. Durch die Meerenge werden normalerweise rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Lieferungen transportiert. Die Ölexporte aus der Region sind um mindestens 60 Prozent eingebrochen. Gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen am Golf verschärften die Situation am Donnerstag nochmals. Seit Beginn des Nahost-Krieges ist der Brent-Preis um gut 50 Prozent in die Höhe geschnellt.
Weitere Marktberichte unter Doppelklick .CDE .FDE .NDE .TDE