16. Mrz (Reuters) - Es folgen Nachrichten rund um die Entwicklungen im Nahen Osten. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
16.23 Uhr - Nachbarstaaten, die US-Streitkräfte beherberten und Angriffe auf den Iran zuließen, begünstigen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi zufolge auch aktiv die Tötung von Iranern. Hunderte iranischer Zivilisten, darunter mehr als 200 Kinder, seien bei US-israelischen Angriffen getötet worden. Diese Haltung sollte umgehend geklärt werden, fügt er in einem Beitrag auf X hinzu.
16.03 Uhr - Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen 16 Personen und drei Organisationen wegen möglicherweise schwerer Verletzungen der Menschenrechte im Iran. "Die neuen Sanktionen richten sich gegen eine Reihe von Personen und Organisationen, die eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Straßenproteste im Januar 2026 gespielt haben, die zu Tausenden von Opfern unter der Zivilbevölkerung geführt haben", erklärt der Rat der EU in einer Stellungnahme.
15.42 Uhr - Das Gesundheitssystem im Iran hält der WHO zufolge trotz des Beschusses durch Israel und den USA stand. Sechs Krankenhäuser hätten zwar evakuiert werden müssen, aber noch funktioniere das System und der Iran habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht um Notfallhilfe gebeten, sagt die Direktorin für die Region, Hanan Balkhy. Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ali Bahreini, teilt mit, dass seit Beginn des Krieges am 28. Februar mehr als 1300 Menschen ums Leben gekommen seien und mehr als 7000 verletzt wurden.
15.22 Uhr - Die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) verfügen IEA-Chef Fatih Birol zufolge noch über 1,4 Milliarden Barrel Öl-Notreserven und könnten bei Bedarf weitere Ölvorräte freigeben. "Trotz dieser enormen Freigabe haben wir immer noch große Vorräte. Die derzeitige Freigabe wird, sobald sie abgeschlossen ist, die Notvorräte in den IEA-Ländern nur um etwa 20 Prozent reduzieren", sagt Birol in einem Video.
14.59 Uhr - Eine UN-Untersuchungskommission stuft einen israelischen Luftangriff auf ein Gefängnis im vergangenen Jahr als Kriegsverbrechen ein. Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass Israel bei dem Angriff auf das Ewin-Gefängnis in Teheran im vergangenen Juni vorsätzlich ein ziviles Ziel angegriffen habe, sagt die Vorsitzende der Kommission, Sara Hossain, vor dem UN-Menschenrechtsrat. Bei dem Angriff im Zuge des Zwölftage-Krieges seien 80 Personen, darunter ein Kind und acht Frauen, ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme Israels liegt zunächst nicht vor.
13.30 Uhr - Die Bundesregierung warnt Israel vor einer großen Bodenoffensive im Südlibanon. "Der Blick auf diesen Teil des Kriegsgebietes erfüllt uns mit Sorge, weil wir Vorbereitungen für eine größere israelische Bodenoffensive sehen, die die ohnehin angespannte humanitäre Lage in der Region deutlich verschlechtern und nochmals zu einem erhöhten Fluchtgeschehen beitragen würde", sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. "Deswegen fordern wir auch unsere israelischen Freunde eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen." Der Regierungssprecher sieht aber Fortschritte in der Diskussion über israelische Pläne zur Annexion von Gebieten im besetzten palästinensischen Westjordanland. Kanzler Friedrich Merz hatte vergangene Woche einen Stopp der Pläne gefordert, die das Westjordanland faktisch zerschneiden würden. "Wir sehen bis heute keine Annexion in diesem Gebiet", sagt Kornelius auf die Frage nach einer Wirkung dieses Appells.
13.14 Uhr - Die USA haben Finanzminister Scott Bessent zufolge derzeit kein Problem damit, dass einige iranische, indische und chinesische Schiffe die Straße von Hormus passieren. "Das dürfte sich schon verstärken, bevor überhaupt Flotten oder Schutzverbände im Golf eintreffen. Wir gehen also davon aus, dass die Iraner eine natürliche Öffnung zulassen werden. Und vorerst ist das für uns in Ordnung. Wir wollen, dass die Welt gut versorgt ist", sagt Bessent im einem Interview mit CNBC. Etwaige Maßnahmen zur Eindämmung der Preissteigerungen hingen davon ab, wie lange der Krieg im Iran andauere.
12.39 Uhr - Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagt, am Montag oder Dienstag werde die Verordnung zur Freigabe eines Teils der deutschen Ölreserven unterzeichnet. Danach könne das Öl auf dem Markt angeboten werden. Es liefen noch Gespräche, wo der Bedarf vor allem bestehe und entsprechend Öl freigegeben werde. Es gehe insgesamt um rund 2,65 Millionen Tonnen Öl.
10.52 Uhr - Schiffe von Staaten, die nicht am Krieg mit den USA und Israel beteiligt sind, dürfen nach Angaben des iranischen Außenministeriums die Straße von Hormus passieren. Die Meerenge sei nur geschlossen für die Feinde der Islamischen Republik und ihre Unterstützer, erklärt Außenminister Abbas Aragtschi nach einem Bericht der Nachrichtenagentur SNN. Er bekräftigt, der Iran habe nicht um eine Feuerpause gebeten. "Der Krieg muss auf eine Weise beendet werden, die sicherstellt, dass er sich nicht wiederholen kann", sagt der Minister.
10.40 Uhr - Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht die Situation der Zivilbevölkerung im Libanon als besorgniserregend an. "Dort ist die Lage dramatisch", sagt Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. Es gebe in dem Land mittlerweile fast 800.000 Binnenvertriebene. "So klar es ist, dass sich Israel gegen den Raketenbeschuss durch die Hisbollah verteidigen muss, so wichtig ist es gleichzeitig, die Zivilbevölkerung zu schonen", sagt Wadephul und fügt hinzu: "Um die Not zu lindern, habe ich entschieden, ein Soforthilfepaket in Höhe von 188 Millionen Euro zu schnüren."
10.20 Uhr - Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert mehr Informationen der USA und Israels über den weiteren Verlauf des Krieges gegen den Iran. "Wichtig wird zunächst sein, dass die USA und Israel sich dazu verhalten, wann sie die militärischen Ziele ihres Einsatzes als erreicht betrachten. Hier brauchen wir mehr Klarheit", sagt Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. Hierzu erwarte er Antworten. Erst dann könne man in eine nächste Phase gehen, um eine Sicherheitsarchitektur für die gesamte Region zu definieren, auch mit den Anrainerstaaten. Das werde dann auch erfordern, mit dem Iran ins Gespräch zu kommen, sagt Wadephul.
09.29 Uhr - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bringt ein UN-Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus ins Gespräch. Sie habe mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres darüber beraten, ob eine Initiative nach dem Vorbild des Getreideabkommens für das Schwarze Meer im Ukraine-Krieg möglich sei, sagt Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. 2022 hatten sich Russland und die Ukraine unter UN-Aufsicht darauf verständigt, Getreidetransporte nicht anzugreifen. 2025 verabredeten beide kriegführenden Staaten unter Vermittlung der USA, die zivile Schifffahrt von den Kämpfen auszunehmen.
09.20 Uhr - Der Iran betrachtet Logistik- und Servicezentren für den US-Flugzeugträger "USS Gerald Ford" und den dazugehörigen Marineverband als militärische Ziele. Der Flugzeugträger im Roten Meer stelle eine Bedrohung für die Islamische Republik dar, sagt Ebrahim Solfaqari, Sprecher des zentralen Kommandos der Streitkräfte. Entsprechend seien die Versorgungseinrichtungen für den Marineverband ins Visier genommen worden, heißt es in einem Video der Nachrichtenagentur Fars.
09.01 Uhr - Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben ein Flugzeug des getöteten iranischen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei zerstört. Der Angriff habe in der Nacht am Flughafen Mehrabad in Teheran stattgefunden. Die Maschine sei von hochrangigen Regierungsvertretern und Militärs für Reisen im In- und Ausland sowie zur Koordinierung mit verbündeten Staaten genutzt worden, teilt die Armee weiter mit. Der Flughafen Mehrabad wird sowohl zivil als auch militärisch genutzt.
08.55 Uhr - Nach einem Drohnenangriff bricht in der Öl-Industriezone Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Feuer aus. Die Ölverladung am Hafen wird Insidern zufolge ausgesetzt. Die Feuerwehr versucht nach Angaben des Medienbüros des Industriekomplexes, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Berichte über Opfer liegen demnach zunächst nicht vor.
08.29 Uhr - China reagiert zurückhaltend auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Wegen der derzeitigen Situation stehe man in Kontakt mit allen Seiten, erklärt das Außenministerium in Peking. Man sei einer Deeskalation der Lage verpflichtet. Zur Drohung Trumps, den geplanten China-Besuch zu verschieben, sagt Ministeriumssprecher Lin Jian, man spreche mit den USA über die Besuchspläne. Die Diplomatie auf Ebene der Staatschefs spiele eine unersetzliche Rolle für die strategische Ausrichtung der Beziehungen.
08.13 Uhr - Die EU-Staaten beraten nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas über Möglichkeiten zur Öffnung der Straße von Hormus. "Es liegt in unserem Interesse, die Straße von Hormus offen zu halten, und deshalb diskutieren wir auch, was wir in dieser Hinsicht von europäischer Seite aus tun können", sagt Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.
07.06 Uhr - Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine begrenzte Bodenoffensive im Süden des Libanon begonnen. Ziel seien Stellungen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz. Zudem sollten vorgeschobene Posten der israelischen Armee gestärkt werden.
05.30 Uhr - Australien wird keine Marineschiffe zur Unterstützung in die Straße von Hormus entsenden. Dies teilte Ministerin Catherine King, Ministerin für Infrastruktur und Transport im Kabinett von Premierminister Anthony Albanese, in einem Interview mit dem staatlichen Sender ABC mit. Man sei sich der Bedeutung der Meerenge bewusst, werde sich aber nicht an einer Marine-Mission beteiligen. Australien habe jedoch auf Anfrage der Vereinigten Arabischen Emirate bereits Flugzeuge zur Unterstützung der Verteidigung des Landes bereitgestellt.
04.10 Uhr - US-Präsident Donald Trump hat dem Iran den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) als "Desinformationswaffe" im Krieg mit den USA und Israel vorgeworfen. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social nannte Trump drei Beispiele für angebliche Täuschungen. So habe der Iran nicht existierende "Kamikaze-Boote" gezeigt und fälschlicherweise einen erfolgreichen Angriff auf den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln dargestellt. Zudem seien Bilder, die 250.000 Iraner bei einer Kundgebung für den neuen Obersten Führer Modschtaba Chamenei zeigten, "vollständig KI-generiert". Die Nachrichtenagentur Reuters hat jedoch Bilder verifiziert, die einen Angriff iranischer Boote auf zwei Tanker zeigen. Eine Reuters-Recherche ergab zudem keine Berichte westlicher Medien, die eine Zahl von 250.000 Teilnehmern bei einer Kundgebung nennen.
03.05 Uhr - Japan plant Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zufolge derzeit keine Entsendung der Marine zum Schutz von Schiffen im Nahen Osten. Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden, sagte Takaichi im Parlament. Die Regierung prüfe weiterhin, was Japan im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten tun könne. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Verbündete aufgefordert, Öltanker in der Straße von Hormus zu schützen. Eine formelle Anfrage der USA liegt Takaichi zufolge jedoch noch nicht vor.
01.15 Uhr - In der Nähe des internationalen Flughafens von Dubai ist nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen. Die Behörden seien mit der Bekämpfung des Brandes befasst, teilte das Medienbüro der Regierung mit.
01.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump warnt die Nato vor einer "sehr schlechten Zukunft", sollten die Verbündeten den USA im Konflikt mit dem Iran nicht beistehen. Auf die Frage, welche Hilfe er benötige, um die Straße von Hormus zu öffnen, sagte Trump in einem Interview mit der "Financial Times": "Was auch immer nötig ist." Trump erwägt demnach auch, sein für diesen Monat geplantes Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu verschieben. Damit wolle er Peking dazu drängen, bei der Freigabe der Wasserstraße zu helfen.
00.40 Uhr - Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werten die anhaltenden iranischen Angriffe auf die Golfstaaten als gefährliche Eskalation. In einem Telefonat seien sich Kronprinz Mohammed bin Salman und der Präsident der VAE, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, einig gewesen, dass die anhaltenden Angriffe Irans auf die Länder des Golf-Kooperationsrates (GKR) die Sicherheit und Stabilität der Region bedrohen, berichten saudi-arabische Staatsmedien.
00.30 Uhr - Die Europäische Union (EU) will einem hochrangigen EU-Vertreter zufolge ihren Marine-Einsatz "Aspides" im Nahen Osten zwar mit mehr Schiffen ausstatten, eine Ausweitung der Mission auf die derzeit blockierte Straße von Hormus gilt jedoch als unwahrscheinlich. Bei einem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel werde es darum gehen, weitere Mitgliedstaaten zur Bereitstellung von mehr Kapazitäten zu bewegen, sagte der EU-Vertreter, der anonym bleiben wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Schutz von Schiffen in der Straße von Hormus in der gegenwärtigen Lage ist eine Entscheidung, die die Minister nicht auf die leichte Schulter nehmen werden", sagte er weiter. Jede Änderung des Mandats von "Aspides" erfordert die einstimmige Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten. Die Mission wurde 2024 ins Leben gerufen, um Schiffe im Roten Meer vor Angriffen der Huthi-Rebellen aus dem Jemen zu schützen.