09. Mrz (Reuters) - Angesichts des Konflikts mit dem Iran und drastisch gestiegener Ölpreise erwägt US-Präsident Donald Trump Insidern zufolge Maßnahmen zur Marktberuhigung. Dazu gehörten eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland sowie die Freigabe strategischer Reserven, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Hintergrund der Überlegungen ist die Sorge im Weißen Haus, dass der Preissprung an den Zapfsäulen die US-Wirtschaft und die Verbraucher vor den Zwischenwahlen im November belasten könnte. Die Republikaner hoffen, bei den "Midterms" ihre Mehrheit im Kongress zu verteidigen. Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar sind die Ölpreise zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent gestiegen und erreichten in der Spitze 119 Dollar pro Barrel (159 Liter) – den höchsten Stand seit Mitte 2022.
Eine Aufhebung der Russland-Sanktionen würde das weltweite Ölangebot erhöhen, könnte aber die Bemühungen des Westens untergraben, der Regierung in Moskau Einnahmen für den Krieg in die Ukraine zu entziehen. Denkbar seien sowohl weitreichende Erleichterungen als auch gezielte Ausnahmen für Länder wie Indien, so Insider. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitriev hatte zuvor auf der Plattform X erklärt, er diskutiere mit den USA über ein Ende der Sanktionen, da diese der Weltwirtschaft schadeten.
Parallel dazu führen US-Regierungsvertreter Gespräche mit den G7-Staaten über eine gemeinsame Freigabe von Ölreserven. US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag, dass koordinierte Verkäufe aus der strategischen Petroleumreserve (SPR) geprüft würden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Exportbeschränkungen für US-Energie schloss er aus. Weitere Optionen umfassen Eingriffe in die Terminmärkte, Steuererleichterungen oder eine Aussetzung des "Jones Act", der den Transport von Kraftstoffen zwischen US-Häfen auf US-Schiffe beschränkt.
Experten bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahmen kurzfristig wirken, solange der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Ein Plan des Weißen Hauses, Tanker durch Marineeskorten zu schützen, brachte bislang wenig Erfolg. "Das Problem ist, dass die Optionen von marginal über symbolisch bis hin zu zutiefst unklug reichen", sagte ein Insider.